Olenisches Inselreich

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Olenisches Inselreich

Königreich Olenia

Olenia führt keine Flagge Olenia führt kein Wappen
Flagge Wappen
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Lage
Staatliche Merkmale
Amtssprache Olenyarë
Hauptstadt Mirunai
Staatsform Theokratie, Erbmonarchie
Oberhaupt Königin Elyra Vanyaleth von Marelyon
Status Unabhängig
Währung ?
Handelswaren ?
Daten
Einwohner Olenyar (Halbelfen)
Gründung ?
Gründer ?
Zugehörigkeit
Geographisch Großer Ozean
Politisch Unabhängig

Das Olenische Inselreich – oder Königreich Olenia – liegt mitten im endlosen Blau des Großen Ozeans, weit jenseits der bekannten Handelsrouten zwischen Beleagand und Ennor. Es ist ein sagenumwobenes Inselreich, eine Macht, deren Name in Liedern und Legenden erklingt, doch deren Küsten kaum jemand je erblickt hat. Olenia ist ein Reich von erhabener Schönheit, disziplinierter Ordnung und uralter Weisheit – und zugleich eines von Stolz, Geheimnissen und selbstgewählter Abgeschiedenheit. Die Bewohner, die Olenyar, sehen sich als Kinder des Meeres und der Sterne. Sie sind ein Volk von Halbelfen, deren Wurzeln gleichermaßen bei den ersten menschlichen Siedlern aus dem Westen und lichtelfischen Flüchtlingen von Lúviennë liegen. Ihr Reich ist hochkultiviert, von glänzender Architektur und erlesener Kunst geprägt – doch über allem liegt eine feine Melancholie, das stille Bewusstsein, das all ihre Glorie eines Tages vergehen wird. Nachdem sie sich als Kultur und Nation etabliert hatten, versuchten ihre Vorfahren diplomatische Kontakte zu den Hochelfen von Ashanore aufzunehmen. Der Phönixkönig und sein Gefolge waren jedoch entsetzt über die Vermischung mit einer kurzlebigen, vermeintlich minderwertigen Spezies, weshalb sie die Botschafter schroff abwiesen. Seither pflegten die Olenyar eine strikte Politik der Nichteinmischung, der Isolation und der Neutralität. Auch wenn Schiffe, die an den Häfen von Olenia anlanden, freundlich empfangen und ebenso freundlich wieder abgewiesen werden, kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Versuchen einer Eroberung der Inseln. Jeder Versuch eines solchen Angriffs scheiterte an der Überlegenheit der olenianischen Magier, wobei sich die katastrophalste Invasion bereits früh in der Geschichte ereignete: Während auf dem ennorischen Festland die Befreiungskriege der Menschen gegen die grauelfischen Stadtstaaten tobten, blickte das junge Königreich Archonaia auf die westlichen Inseln von Olenia. Der damalige König versenkte eine komplette Invasionsflotte im Meer, wobei jeder dritte Archonaianer sein nasses Grab fand. Seither gilt das Olenische Inselreich in Ennor als ein von den Göttern geschütztes Land, und entsprechend unternahm keine Nation mehr einen Versuch einer großangelegten Invasion. Unter ihrer gegenwärtigen Königin Elyra Vanyaleth von Marelyon weicht das Olenische Inselreich erstmals von ihrer selbstauferlegten Isolation ab, so entsandte die Herrscherin sowohl Botschafter zum Thalassonischen Seebund – von dem sie einen Angriff befürchtet – als auch zum Bund des Seesterns, zu dem sie Gerüchten zufolge einen Beitritt erwägt. Von außen ist das Olenische Inselreich kaum mehr als ein Gerücht. Seine silbernen Schiffe werden selten gesehen, seine Gesandten sprechen über ihre Heimat meist wage und selbst der Bund des Seesterns hat bislang keinen dauerhaften Kontakt erwirken können. Doch wer in klaren Nächten über das Meer blickt, sieht manchmal die fernen Lichter, wo die goldenen Türme über schwarzem Wasser thronen.

Politik und Kultur

Das Olenische Inselreich wird von einem König oder einer Königin regiert, welche zugleich als Hohepriester der Meeresgöttin Nerathéa dient. Der Thron ist erblich, doch der designierte Herrscher muss die Prüfung der Tiefe bestehen – eine rituelle Reise in die Unterwasserhallen von Elythar, wo er entweder den Segen des Meeres empfängt oder aber von Nerathéa für unwürdig befunden wird. Unter der Königin steht der Hohe Rat der Gezeiten, bestehend aus fünf Erzmeistern, die jeweils eine der fünf Inseln vertreten. Sie sind Berater, Richter und Bewahrer uralter Geheimnisse – in Wahrheit aber oft auch Hüter der Isolation. Die Gesellschaft der Olenyar ist streng gegliedert, jedoch ohne Unterdrückung. Jede Familie dient einem der Häuser der Strömung, die sich alle auf königliche Herkunft berufen:

  • Das Haus Marelyon ist das Herrscherhaus und ein Symbol der Führung der Beständigkeit.
  • Das Haus Thalirion ist für seine meisterhaften Seefahrer bekannt.
  • Das Haus Calemir hat sich der Bewahrer der Künste und Schriften verschrieben.
  • Das Haus Elymar bringt die meisten hochrangigen Priester und Gezeitendeuter hervor.
  • Das Haus Norvath ist für seine meisterhaften Strategen und Krieger bekannt.
  • Das Haus Rhônel bringt vor allem Baumeister, Architekten und Schmiede hervor.
  • Das Haus Venyar besitzt viel Macht, denn ihm gehören vor allem Magier und Astronomen an.

Die Olenyar betrachten sich als Bewahrer einer göttlichen Gabe. In ihren Chroniken heißt es, ihre Ahnen hätten von der jungen Meeresgöttin Nerathéa die Inseln empfangen, um in einer zweiten Wiege der Menschheit ein Leben in Frieden und Freiheit, fern von der Verderbnis der Außenwelt zu führen. Daher ist Fremden der Zutritt zu den Inseln untersagt. Nur selten verlassen Boten oder Schiffe das Königreich, meist in silbernen Galeeren unter Bannsegeln, um Botschaften zu überbringen oder verlorene Artefakte zu suchen. Nur wenige Olenyar leben in der Seesternstadt oder in den Schwimmenden Städten von Narmir, doch diese gelten in ihrer Heimat als „Verlorene auf dem Meer“. In den letzten Jahrhunderten hat sich das Königreich verändert, und man reagiert zunehmend aggressiv auf Veränderungen oder Einflüsse aus der Außenwelt. Manche Seher behaupten, dass die Tiefe selbst die Olenyar ruft – ein uraltes Echo, dass sie eines Tages in die Fluten zurückführen wird. Die Olenyar verehren vor allem Nerathéa, die Göttin des Meeres, der Geburt und der Vergänglichkeit. Sie sehen in ihr das Wasser, das alles Leben trägt und wieder in sich aufnimmt. Daneben verehren sie vor allem die elfischen Göttinnen Isilwen und Lorwyn, die für das Meer, die Monde und Sterne sowie die Magie stehen. Ihre Tempel sind keine prächtige Kathedralen, sondern Hallen über heilenden Wasserbecken, die oft an Klippen oder kleinen Buchten errichtet wurden, damit das Meer hineinströmen kann. Jeder Olenyar wird bei seiner Geburt im Meer gesegnet und bei seinem Tod dorthin zurückgegeben. Das Leben in Olenia ist geprägt von Ästhetik, Disziplin und der Sehnsucht nach Vollkommenheit. Ihre Kunst besteht aus Klang und Bewegung – Lieder, die mit Wellenrhythmus gesungen werden, Tänze, die Gezeiten nachahmen, und Gedichte, die sich nur rezitieren lassen, wenn der Wind richtig steht. Architektur und Alltag verschmelzen mit dem Meer: Häuser haben offene Wasserbecken, Boote sind zugleich Wohnräume und jede Stadt besitzt ein Herzbecken, ein gewaltiges Wasserreservoir, in dem das Meer frei atmen kann. Viele glauben, Olenia sei nicht natürlich, sondern durch göttliche Macht aus dem Meer emporgehoben worden – eine Krone aus Korallengestein und Licht. Andere erzählen, dass tief unter den Inseln ein uraltes Wesen schläft: Thalor, der Schläfer unter den Wellen, dessen Atmen die Gezeiten lenkt und der entweder als Sohn von Nerathéa oder als deren göttlicher Gegner gilt. Die Seher warnen, dass der Tag kommen wird, an dem Thalor erwacht, und Olenia wieder in die Fluten sinkt, um an seiner statt zu schlafen. Die Olenyar sind Meister der Wassermagie und der Sternenmagie. Ihre Magier, die Seemeister, sind mächtige Hydromanten, die Flutwellen, Stürme und Strudel beschwören sowie die Herrschaft über Elementare des Wassers und der Luft sowie über die Monster des Meeres ausüben können. Viele von ihnen sind zudem Seher, die die magischen Strömungen in den Bewegungen der Wellen und dem Lauf der Himmelskörper deuten können. In Ilumar steht die Akademie der Blauen Tiefe, wo die Seemeister ausgebildet werden. Sie gelten neben den Mitgliedern der Häuser der Strömung als die adelige Oberschicht des Olenischen Inselreiches. Ihre Schiffe in den Silberflotten sind mit magischen Runen versehen, die Winde und Wellen lenken. Manche der ältesten Schiffe, wie das legendäre Elyndarion der Königin, sollen selbst ein Bewusstsein besitzen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Olenische Archipel – von den Einheimischen als Ilénorámar (Ol. „Krone der Wellen“) genannt – besteht aus fünf größeren Hauptinseln und einer Vielzahl kleinerer Nebeninseln, die in einem weiten Umkreis um das Elytharmeer liegen. Dieses Meer gilt den Olenyar als heilig, auch weil es von einem leuchtenden Glanz erfüllt ist, der nachts wie Sternenlicht auf dem Wasser tanzt. Dieses Licht stammt von phosphoreszierenden Algen, die einen bläulichen Schimmer erzeugen, und einzelnen weißen Lichtflecken, die von ebenso biolumineszenten Ammoniten stammen. Landschaftlich zeichnen sich die die Inseln durch steile Klippen an den Küsten, weiße Sandstrände und türkisblaue Lagunen aus. Das Landesinnere ist meist bergig, durchzogen von fruchtbaren Tälern, uralten Steinen und Wäldern, die selbst den stärksten Stürmen standhalten. Die fünf Hauptinseln gelten als symbolische Pfeiler des Reichs, sie sind im Einzelnen:

  • Das Zentrum des Olenischen Inselreichs ist Ilumar, die Weiße Krone. Sie thront wie ein Smaragd über dem Meer, weiße Türme und Terrassenstädte schmiegen sich an Berghänge, die von Wasserkaskaden durchzogen sind. Im Herzen der Insel erhebt sich der Berg Thalanôr, ein erloschener Vulkan, in dessen Krater sich das Herzbecken von Ilumar befindet, ein runder See, in dem das Wasser pulsiert wie der Atem der Erde. Unweit des Herzbeckens liegt der Palast der Königin, der als eines Elfenherrschers würdig gilt. Die Luft auf der Insel ist erfüllt vom Duft der Meerblumen und dem Klang von bronzenen Glocken, die in den Häfen die Ankunft und Abfahrt von Schiffen verheißen. Auf Ilumar befinden sich die königliche Hauptstadt Mirunai, die wie eine weiße Blüte aus Marmor auf einer Klippe über dem Meer thront, und weiter südlich die prächtige Hafenstadt Tir Calior, in der die Flotte der Königin stationiert ist.
  • Die Insel Neryssa ist durchzogen von zahllosen Bächen, Kanälen und Wasserfällen. Ganze Städte schwimmen auf Pontons oder sind auf Stelzen errichtet. Es heißt, hier erlernte das Volk der Olenyar die Schiffsbaukunst und die Fähigkeit, gegen die Strömung zu segeln. Hier befindet sich der Strom des Windes, ein natürlicher Windkanal, der durch hohe Klippen führt. Die Olenyar glauben, dass hier die „Seelen der Schiffe“ geboren werden, in dem sie erstmals den Atem des Ozeans berühren.  Entsprechend ist Neryssa das Zentrum des Schiffsbaus und der entsprechend damit verbundenen Handwerker. In einer geschützten Lagune liegt die große Hafenstadt Alen Tharion, ein Ort aus Wasser und Licht, in dem Boote statt Wagen verkehren.
  • Die Insel Malion ist ein raues, vulkanisches Eiland im Süden, wo der Boden aus schwarzem Glas und Basalt besteht – entsprechend ist sie auch als Insel des Feuers bekannt. Man findet hier heiße Quellen, Geysire und dampfende Täler, die als charakteristisch gelten. Hier liegen die Feuerhallen von Thûlar, in denen die größten Schmiedemeister des Olenischen Inselreiches arbeiten. Aus den tiefen Schächten des Anor-Mal steigt Rauch empor, und man sagt, in den Schlünden darunter ruhe eine uralte Macht. Die Bewohner gelten als schweigsam, ihre Waffen und Werkzeuge sind von legendärer Qualität. In einer vulkanischen Caldera liegt mit Rhonmar die Hauptstadt der Insel, erhellt vom niemals erlöschenden Feuer des Vulkans. Zudem befindet sich hier mit Val Caren eine bedeutende Festung, die auf einem Felsbogen über dem Meer thront.  
  • Die Insel Lirandar ist ein sanftes, hügeliges Land mit goldenen Ebenen, weißen Olivenhainen und kristallklaren Seen. Das uralte Gesetz von Olenia besagt, dass kein Erz hier geschürft und kein Baum ohne Gebet geschlagen werden darf. Hier befindet sich mit dem Hain von Isilwen ein silberner Mondwald, der als das zentrale Heiligtum der Göttin im Olenischen Archipel gilt. Unweit des Hains befinden sich die Sternenobservatorien von Othanel, wo seit Jahrtausenden die Bahnen der Gestirne beobachtet werden. Insgesamt gilt Lirandar als das spirituelle Herz des Inselreiches, auch Elyndar – die Hauptstadt der Insel – ist von Religiosität geprägt.
  • Die Insel Nirvala liegt im Südosten des Archipels und ist tropisch geprägt. Hier dominieren schneeweiße Sandstrände, blühende Gärten, goldene Weinberge, dampfende Regenwälder und Marmorterrassen. Die Bewohner leben in Harmonie mit der Natur und sind berühmt für ihren Gesang, der selbst auf die Meeresbewohner einen betörenden Effekt besitzt. In den Grotten von Kaelthûn ruhen die Relikte aus der Frühzeit von Olenia, als es hier noch Lichtelfen und Menschen als getrennte Völker gab. Die Hauptstadt der Insel ist Calenar, die Stadt der Lieder. Sie ist berühmt für ihr Amphitheater und die Wellenorgel von Nirvala, eine Anlage aus Korallenröhren, die durch Bewegungen des Meeres von selbst spielt.
  • Die Insel Selmara gehört nicht zu den Hauptinseln des Archipels, ist aber dennoch von großer Bedeutung. Sie ist klein, still und fast unbewohnt. Nebel und Moos überziehen ihre uralten Ruinen, hier liegen die Gräber der Könige. Niemand darf die Insel ohne Erlaubnis betreten, und die schweigenden Priesterinnen von Selmara sorgen dafür, dass dieses Gesetz eigenhalten wird. Man sagt, dass in den Nächten ihre Geister umgehen und das Meer dort stets ungewöhnlich still ist.