Sphärenreisen

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Das Universum von Tenia besteht aus einer Vielzahl von Sphären, Mindersphären, Globulen und Existenzebenen, deren Zusammenspiel bis in die ersten Tage der Schöpfung zurückreicht und sich gegenseitig bedingt. Entgegen der verbreiteten Annahme vieler Sterblicher im Diesseits ist dieses Gefüge keineswegs starr oder unveränderlich. Vielmehr unterliegt dieses System einem stetigen, kaum wahrnehmbaren Wandel. Diese Prozesse werden durch das Entstehen und Verschwinden Dunkler Risse, durch die Schöpfung und Zerstörung von Mindersphären und Globulen sowie durch das Eingreifen mächtiger Entitäten – seien es Götter, uralte Magier oder anderer Kräfte jenseits des Verständnisses der Sterblichen. Sphärenreisen und der Übertritt zwischen Existenzebenen sind grundsätzlich möglich, gelingt jedoch nur selten ohne schwerwiegende Konsequenzen.

Leben und Sterben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geburt, Tod und Wiedergeburt gelten als die natürlichsten Wege zwischen den Sphären, zugleich jedoch als die endgültigsten. Je nach kultureller Herkunft, Glauben und Lebensführung finden Seelen nach ihrem Ableben ihren Weg an unterschiedliche Orte – meist jedoch in eines der Totenreiche, deren Zahl und Natur ein Gegenstand zahlreicher theologischer, sphärologischer, arkaner und anderer gelehrter Streitigkeiten ist. Seltener finden Seelen nach entsprechenden Dämonenpakten oder Teufelspakten beziehungsweise einer schlechten Lebensführung einen Weg in den Abyss oder die Niederhöllen, wo sie einer langanhaltenden Bestrafung bis zur Transformation in eine außerweltliche Existenz ausgesetzt sind. Am seltensten schließlich werden besonders herausragende Seelen in einen der Niederen Himmel oder – noch seltener – in einen der Hohen Himmel berufen, wo sie einer Belohnung in den Diensten ihrer Gottheit entgegensehen. Der Aufstieg in eine der Götterwelten ist nur in einigen Fällen überliefert und eine absolute Ausnahmeerscheinung. Oftmals ist hiermit der Aufstieg zu einer Gottheit selbst verbunden.

Dunkle Risse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine andere und weitaus gefährlichere Form des Sphärenreisens stellen die sogenannten Dunklen Risse dar. Diese teils natürlichen und teils gewaltsam entstandenen Spalten zwischen verschiedenen Existenzebenen können als eine Art von Verschleißerscheinung der Sphärenwände betrachtet werden und gelten als relativ unzuverlässig. Manche bestehen nur für wenige Augenblicke, andere erscheinen in unregelmäßigen Abständen immer wieder. Nur wenige Dunkle Risse erweisen sich dauerhaft als stabil; solche sind meist auf das Wirken von Sterblichen oder Unsterblichen zurückzuführen. Die Mechanismen, die zur Heilung von Sphärenwänden führen, sind umstritten. Zu den bekanntesten Dunklen Rissen zählen der Schwarzen Pfuhl im ennorischen Anorien, der das Diesseits mit einer bislang unbekannten und dunklen Mindersphäre verbindet, die als finsteres Abbild von Tenia gilt, sowie die Treppe von Antavia im Herzländischen Reichsbund, der diesen einst mit einer Feenwelt verband, jedoch seit dem Fall des Alten Reiches von der anderen Seite verschlossen ist.  

Sphärentore[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Echte Sphärentore, die meist gezielt von Unsterblichen oder den mächtigsten Magiern erschaffen werden können, sind extrem seltene und gleichermaßen gefährliche Konstrukte. Ihre Errichtung birgt stets das Risiko, die Stabilität des kosmischen Gefüges selbst zu gefährden. Ein Beispiel hierfür ist die Erschaffung jenes Sphärentores, welches als der Große Mahlstrom bekannt ist und den Großen Kataklysmus sowie die Entstehung des Hitzepols und des Kältepols zur Folge hatte.

Mondtore[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine besondere Form geringerer Sphärentore sind die sogenannten Mondtore, die ein Relikt hochelfischer und lichtelfischer Sphärenmagie darstellen. Über eine Zwischenebene – möglicherweise der Limbus um das Diesseits, nach einer alternativen Deutung den zerbrochenen Mond Nykar – ermöglichen sie den Übergang zwischen einem Ort im Diesseits zu einem anderen. Doch öffnen sie sich ausschließlich bei Vollmonden während bestimmter Sternenkonstellationen, entsprechend gelten viele von ihnen heute als vergessen oder wurden während der zahlreichen Kriege zerstört. Manche von ihnen – insbesondere solche, die ins Herz der hochelfischen Zivilisation von Ashanore führten – wurden auch bewusst von ihren Erschaffern zerstört. Selbst, wenn doch einmal ein funktionstüchtiges Mondtor entdeckt wird, wagen nur wenige abenteuerlustige Magieanwender aktiv die Nutzung dieses uralten Weges. Niemand kann mit Sicherheit sagen, wo das Mondtor hinführt, und ob das jeweilige Gegenstück überhaupt noch existiert. Die Rückkehr aus der Zwischenebene bleibt also ebenso ungewiss wie der Ort, an den die Reise schlussendlich hinführt. Das Meistertor von Ashanore, welches sich in der wundersamen Hauptstadt des Phönixkönigreiches befindet, wird bis heute instandgehalten und schwer bewacht. Seine Nutzung ist auf Geheiß des Phönixkönigs seit dem Ende des hochelfischen Kolonialzeitalters streng verboten, und inzwischen flüstern immer mehr Stimmen, dass es für diese Entscheidung weitaus weitreichendere Gründe gibt, als bislang angenommen.

Feenpfade, Feenpforten, Feentore und Feenkreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine unstetere, wenngleich auch besonders faszinierende Form des Sphärenreisens stellen die Feenpfade dar. Diese unsichtbaren Pfade durchziehen sowohl die Feenwelten als auch das Diesseits und erlauben es kundigen Reisenden, gewaltige Distanzen in kürzester Zeit zu überwinden. Für Fey sind diese Wege so selbstverständlich wie gepflasterte Straßen für Menschen, Elfen und Zwerge, doch für die meisten Sterblichen bleiben sie unsichtbar oder vollständig unzugänglich. Orte, an denen durch die Kreuzung mehrerer Feenpfade ein halbwegs sicherer Zugang gewährleistet ist, werden als Feenpforten bezeichnet. Es heißt, dass auch die Lichtelfen die Fähigkeit besitzen, auf den Feenstraßen zu reisen, während nur wenige Hochelfen diese Kunst erlernt haben und dieses Wissen in ihrem Volk längst in Vergessenheit geraten ist. Von den Feenpfaden und den Feenpforten zu unterscheiden sind jene Orte, die Übergänge zwischen zwei festen Orten im Diesseits und den Feenwelten ermöglichen. Die Übergänge zwischen den Feenwelten und anderen Sphären sind selten und oft gut verborgen. Häufig finden sie sich in alten Steinkreisen, unter uralten Bäumen, an den Ufern stiller Seen und im Herzen vergessener Ruinen. Manchmal öffnen sich nur zu bestimmten Zeiten: Während der Mittsommernacht, während einer seltenen Sternenkonstellation oder wenn die Welt selbst in außergewöhnlichen Wandel gerät. Gleichsam scheinen manche Feenwelten – oder Übergänge – einen eigenen Willen zu besitzen und selbst zu entscheiden, wann sie sich öffnen oder wem sie eine Passage ermöglichen. Gelehrte unterscheiden zwischen den großen und stabilen Feentoren und den instabileren, kleineren und leicht zu übersehenden Feenkreisen. Wer solche Orte betritt, muss sich bewusst sein, dass eine Rückkehr keineswegs garantiert ist – und dass der Preis eines Besuchs in die Feenwelten oft lange nach der Heimkehr gezahlt wird.

Bäume der Reisenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben diesen verbreiteten und den Gelehrten bekannten Wegen des Sphärenreisens gibt es weitere Methoden, die Grenzen der Sphären für Reisen zu nutzen. Ein herausragendes Beispiel hierfür sind die sogenannten Bäume der Reisenden aus der Zeit vor dem Großen Kataklysmus, welche über die ganze bekannte Welt verteilt sind. Sie erscheinen als unauffällige, für die Region typische – wenn auch meist sehr alte und knorrige – baumartige Gewächse. Wer in den hohlen Stamm eines solchen Baumes steigt, der gelangt in eine Mindersphäre, die wie ein stark verkleinertes Abbild des Diesseits erscheint. Durch das Verlassen eines entsprechenden Baums des Reisenden am gewünschten Ort können Reisende ihr Ziel in sehr viel kürzerer Zeit erreichen. Bedingung hierfür ist eine gewisse Ortskenntnis, da die Mindersphäre ihren eigenen Regeln folgt – unter anderem ist die Entdeckung für den Reisenden unbekannter Länder nicht möglich, gleichsam benötigt man etwa für die Überquerung eines Ozeans ein Boot. Berichte in den Archiven der Hochelfen berichten, dass die Mindersphäre einst ein sicherer Ort gewesen sein muss, heute jedoch mächtige Schattendämonen nach den Seelen unvorsichtiger Reisender gieren. Da zumindest in den Landen von Ashur, Beleagand, Ennor und Xian die meisten Bäume der Reisenden im Zuge zahlloser Kriege vernichtet worden sind, während die Hochelfen in Ashanore selbst zerstörten, sind diese Gewächse heute sehr selten. Woher die Bäume der Reisenden stammen, wer sie erschaffen hat sowie ihre genaue Natur sind ein großes Rätsel, was sie durchaus gefährlich erscheinen lässt.

Andere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Übergänge zwischen den Sphären sind bekannt, werden jedoch meist als Bedrohung wahrgenommen und entsprechend schwer bewacht. Viele von ihnen ermöglichen entweder Reisen in Sphären, die für Sterbliche sehr gefährlich und entsprechend tabu sind, oder aber sie sind schlicht unentdeckt:

  • Die Pforten des Grauens verbinden das Diesseits mit den Niederhöllen und dem Abyss. Sie sind nur vom Diesseits aus passierbar – es sei denn, ein Wesen auf der anderen Seite wird ins Diesseits eingeladen.
  • Das himmlische Äquivalent zu Pforten des Grauens sind Himmelsoasen, die den Zugang in die Niederen Himmel ermöglichen. Sie sind in der Regel von beiden Seiten verschlossen.
  • Die Äthertore ermöglichen Zugang zu einer fremdartigen, form- und zeitlosen Mindersphäre. Sie dienen manchmal als Gefängnis.
  • Die geheimnisvollen Trollpfade verlaufen zwischen den Welten, sie ermöglichen gleichermaßen Reisen in die Elementarebenen als auch zwischen Orten im Diesseits. Zwar wissen einige menschliche und elfische Gelehrte von ihrer Existenz, ihre genaue Natur und wie man sie bereist ist jedoch ausschließlich den Huldretrollen bekannt.