Sterne und Sternbilder
Sterne

Schon die frühesten Gelehrten versuchten, die Vielfalt der Sterne zu verstehen und zu ordnen. Aus ihren Beobachtungen entstand eine traditionelle Einteilung, die bis heute in vielen Kulturen Verwendung findet: Sie unterscheiden zwischen Sonnenkindern, Mondlichtern und Leerensternen. Die Sonnenkinder gelten als Sterne, die in besonderer Verbindung zur Sonne stehen. Ihr Licht ist meist klar und golden, außerdem erscheinen sie besonders hell und beständig. Viele Gelehrte und Geweihte glauben, dass sie aus derselben kosmischen Flamme geboren wurden wie die Sonne selbst. Sie stehen in der Mythologie für Ordnung, Leben und Beständigkeit. Die Mondlichter werden hingegen mit den Monden von Tenia in Verbindung gebracht, vor allem mit Lunareth und Viridra. Diese Sterne erscheinen oft weiß oder bläulich und wirken sanfter als die Sonnenkinder. In vielen Überlieferungen gelten sie als Begleiter der Nacht, als stille Hüter der Träume und Geheimnisse der Welt. Am rätselhaftesten sind jedoch die Leerensterne. Diese seltenen Sterne besitzen oft ungewöhnliche Farben – violett, tiefblau oder schwach rötlich – und befinden sich häufig in der Nähe von Velyrion. Viele Gelehrte vermuten, dass diese Sterne eine Verbindung zur Leere besitzen. Ihr Licht scheint manchmal zu flimmern oder sich leicht zu verändern, als ob es aus unermesslicher Ferne durch das Gewebe der Welt dringt.
Aeltharis – Der Augenstern
Aeltharis gilt in vielen Kulturen als Symbol der Wachsamkeit ihrer Gottheiten. Wenn er am Himmel steht, so heißt es etwa in den Kaiserlichen Kirchen, entgeht kein Wort und keine Tat den Göttern. Viele Personen, die in seinem Zeichen geboren werden, glauben an eine besondere Verbindung zu den Göttern und schlagen deshalb oft den Weg von Priestern oder anderen Geweihten ein.
Arkaelon – Der Ahnenstern
Arkaelon spielt vor allem in Kulturen eine große Rolle, die Ahnenverehrung praktizieren. Es heißt dort, dass er – sofern der Glaube hieran praktiziert wird – besonders hell am Himmel steht, wenn die Wiedergeburt einer geliebten Seele bevorsteht.
Aurelion – Der Goldene Stern
Aurelion ist einer der hellsten Sterne des Nachthimmels. Sein Licht besitzt einen leicht goldenen Schimmer und ist besonders im Winter deutlich sichtbar. Seefahrer und Karawanenführer nutzen ihn häufig als Orientierungspunkt, da er fast unbeweglich über dem nördlichen Himmel steht. Viele Legenden behaupten, Aurelion sei ein Splitter von Solythars erster Flamme, der einst aus der Sonne selbst geboren wurde.
Dravion – Der Fuchsstern
Dravion gilt in vielen Kulturen als Glücksbringer der Händler, der Botschafter und der Reisenden. Wer ein Amulett mit seinem Zeichen – einem Pilz – trägt, genießt auf Reisen seinen Schutz und hat eine größere Chance auf Glück. Personen, die unter seinem Zeichen geboren werden, erreicht oft Reichtum oder Macht und ist allgemein ein „Glückspilz“.
Kaelvar – Das Auge des Jägers
Dieser rötlich leuchtende Stern bildet das Auge des Sternbilds Dranos. Sein Licht ist kräftig und pulsierend, weshalb viele Kulturen ihn als Stern der Krieger betrachten. In alten Chroniken heißt es, dass – wenn Kaelvar besonders hell erscheint – Helden geboren worden.
Myrieth – Die Flüsternde
Myrieth ist ein schwächerer, bläulich schimmernder Stern, der oft nur in besonders klaren Nächten sichtbar wird. In der Nähe des Purpurwirbels Velyrion scheint sein Licht leicht zu flimmern. Gelehrte glauben, das Myrieth eine Verbindung zu den Strömungen der Leere besitzt und manchmal Visionen oder Träume beeinflusst.
Nordstern und Südstern
Der Nordstern in seinem rötlichen Licht und der Südstern in seinem bläulichen Licht steht mit den beiden Polen in Verbindung. Sie stehen beständig über dem Hitzepol beziehungsweise dem Kältepol und sind für Reisende von besonderer Bedeutung, denn für die Orientierung sind sie sehr hilfreich. Es heißt, dass man nur auf den Inseln in der Nähe des Großen Mahlstroms beide Sterne zugleich sehen kann.
Serathis – Der Wandernde Stern
Serathis ist ein seltener Komet, der nur in großen und unregelmäßigen Abständen am Firmament von Tenia erscheint. Sein heller Kern zieht mit einem langen, silbrig-blauen Schweif über den Himmel und ist dann oft mehrere Nächte klar sichtbar. Seine Bahn ist schwer vorherzusagen, weshalb sein Auftauchten viele Völker mit Ehrfurcht erfüllt. In alten Chroniken heißt es, dass Serathis immer dann erscheint, wenn große Veränderungen und ein neues Zeitalter bevorstehen.
Stern ohne Namen
Der Stern ohne Namen ist in allen Kulturen ein Omen größter Verderbnis und steht in Zusammenhang mit dem Namenlosen Gott. Er ist nur selten am Nachthimmel zu sehen und fast alle Personen, in seinem Zeichen geboren werden, verfallen früher oder später dem Wahnsinn. Oft werden Neugeborene deshalb ausgesetzt oder getötet, und werdende Eltern versuchen alles, die Geburt um einige Zeit zu verzögern. Glücklicherweise sind diese Maßnahmen nur selten nötig, da er nur für wenige Minuten an bestimmten Tagen am Himmel steht.
Sylmara – Die Sternblüte
Sylmara ist ein wunderschöner weiß-blauer Stern im Sternbild Celestina. Er wirkt besonders klar und rein und wird oft mit Hoffnung, Heilung und Schutz verbunden. Elfen nennen ihn Lethyra-Silm, die Blüte des Himmels. Es heißt, dass Sylmara mit der Geburt eines Elfen heller leuchtet und mit dem Tod eines Elfen an Leuchtkraft verliert – sodass der Stern in vergangenen Zeitaltern deutlich heller strahlte.
Thareon – Das Wanderfeuer
Thareon ist ein heller orangefarbener Stern, der langsam seine Position am Himmel verändert. Viele glauben, dass er kein gewöhnlicher Stern ist, sondern ein ferner, wandernder Sternkörper, der entweder von Velyrion oder durch die Zerstörung von Nykar aus seiner Verankerung gerissen worden ist.
Theraxis – Der Kaiserstern
Theraxis gehört zu den hellsten Sternen am Firmament. Er galt einst als Schutzstern des Alten Reiches und man sagt, er stand jedes Mal dann am Himmel, wenn ein Kaiser starb, ein Prinz geboren wurde oder ein wichtiges Ereignis für das Reich bevorstand. Er besitzt sowohl für das Großkaiserreich Cathaia, das Kaiserreich Asāto als auch für das Kaiserreich Habitami und das Kaiserreich Daianta eine ähnliche Bedeutung. In früher Vergangenheit verehrten ihn auch die Priesterkönigreiche von Khémet.
Valdris – Der Zwielichtsstern
Valdris erscheint im Morgengrauen und in der Abenddämmerung für zwei Stunden. Die Dunkelelfen verehren ihn, die meisten anderen Kulturen fürchten ihn. Eine besondere Rolle nimmt er im Leben des rätselhaften Schattenvolkes ein, die den Stern als Lebensspender und Zeichen ihrer mindestens ebenso rätselhaften Gottheit verehren. Personen, die ihn seinem Zeichen geboren werden, befürchten oft ein schwieriges Schicksal.
Velkarys – Der Wächterstern
Velkarys ist ein dunkler violetter Stern nahe dem Nebel Velyrion. Sein Licht ist ungewöhnlich und wirkt fast wie ein schwaches Purpurglühen. Einige Gelehrte vermuten, dass Velkarys eine Art von kosmischem Anker darstellt, der die Energien des Purpurwirbels stabilisiert.
Sternbilder
Am Firmament von Tenia erkennen Sternenkundige sechs große Sternbilder, die seit zehntausenden Jahren ein bedeutender Bestandteil von Mythen sind und sowohl der Navigation als auch der Magieanwendung dienen. Anders als die Monde oder Velyrion verändern sie sich im Laufe der Zeit kaum und gelten deshalb als die ältesten Zeichen des Himmels. Manche Sternenkundige glauben, dass sich die Sternbilder langsam um Velyrion drehen, als ob der Purpurwirbel das Zentrum einer unsichtbaren kosmischen Strömung wäre.
Aloria – Das Sternenross
Aloria steht aus einer Reihe heller Sterne, die zusammen an die Silhouette eines galoppierenden Pferdes erinnern. Dieses Sternbild ist eng mit Legenden über himmlische Reiter und Sternenwanderer verbunden. Manche glauben, dass die Sterne Alorias den Weg zu den entferntesten Ländern weisen – oder in ferne Ebenen und andere Sphären. Aloria steht für Reise, Geschwindigkeit und Abenteuer, weshalb Reisende und Entdecker seinen Omen folgen.
Bryza – Der Himmelsvogel
Bryza erscheint wie ein großer Vogel mit ausgebreiteten Flügeln, der von vielen Gelehrten mit dem Phönix assoziiert wird. Seine hellsten Sterne bilden Kopf, Flügelspitze und Schweif. Viele Gelehrte sehen in Bryza einen Boten zwischen Himmel und Erde, und in einigen Mythologien trägt dieser Vogel die Seelen der Verstorbenen vom Diesseits ins Jenseits. Bryza steht für die Freiheit und die Reise der Seele; er ist besonders hell im Hochsommer zu sehen.
Celestina - Die Himmelsbotin
Celestina ist eines der hellsten Sternbilder am Firmament. Ihre Sterne bilden die Gestalt einer geflügelten Gestalt mit ausgebreiteten Schweingen, die von vielen Kulturen mit Engeln assoziiert wird. In vielen Kulturen gilt sie als Botin der Götter. Wenn Celestina im Frühling hoch am Himmel steht, glauben viele Priester, dass die Götter besonders aufmerksam auf die Welt gucken. Celestina steht für Hoffnung, göttliche Botschaften und Schutz vor dem Bösen. Das Sternbild ist besonders im Frühling und im frühen Sommer sichtbar.
Dranos – Der Himmlische Bogenschütze
Dranos zeigt die Figur eines Schützen mit gespanntem Bogen, dessen Pfeil während einer Sonnenfinsternis scheinbar in Richtung des Purpurwirbels Velyrion zielt. In alten Geschichten bewacht Dranos die Welt vor den Mächten der Leere und sein Pfeil ist stets bereit, jede Gefahr aus dem Kosmos zu treffen. Deswegen glauben manche Gelehrte, dass Dranos in Wahrheit für die einzige echte Gottheit der Schöpfung stehen könnte. Das Sternbild symbolisiert Schutz, Wachsamkeit und Krieg, es ist besonders gut im Herbst sichtbar.
Tharon - Der Sternendrache
Tharon windet sich als lange, geschwungene Sternenkette über den Himmel. Seine Form erinnert an einen Drachen, dessen Körper aus vielen kleineren Sternen besteht. Legenden berichten, dass Tharon ein uralter Drache sei, der noch vor dem Ersten Drachenkrieg versuchte, die Sonne selbst zu verschlingen. Er soll mächtiger als die Alten Drachen gewesen sein. Seither sei er an den Himmel gebunden. Tharon steht für Macht, uralte Kräfte und Drachen. Das Sternbild ist von besonderer Bedeutung für die Seefahrt, da seine Ausrichtung eine relativ sichere Orientierung in den Himmelsrichtungen darstellt.
Vilira – Die Sternenwaage
Velira ist ein ruhigeres Sternbild, dessen Sterne eine Waage in perfekter Balance bilden. Sternkundige sehen in ihr ein Zeichen für die kosmische Ordnung und deren Gleichgewicht – eine Erinnerung daran, dass Arkan, Licht, Leere, Feuer, Erde, Luft und Wasser im Gleichgewicht stehen müssen. Velira steht für Gleichgewicht, Schicksal und Gerechtigkeit, zudem ist es das einzige Sternbild, dass das ganze Jahr über gleichgut zu sehen ist.