Ashur
„Ich habe viele Küsten und Wüsten gesehen, doch nichts gleicht der Weite unseres Sonnenlandes Ashur. Wenn die Karawanen am Morgen die Tore unserer Städte verlassen, glänzen die Ziegel der Tempeltürme noch im ersten Licht, während Händler aus fernen Reichen ihre Waren aufladen. Nach Westen führen die Straßen in die Länder der Kalifen, wo goldene Kuppeln über staubigen Märkten stehen. Nach Süden aber beginnt die große Nokeshwüste, in deren Sand alte Könige schlafen und deren Oasen grüner sind als jedes Versprechen eines Händlers. Und wenn man lange genug reist, erreicht man die Smaragdlande, wo Tempel im Dschungel stehen und fremde Sterne über den Nächten brennen. So ist Ashur: ein Land der Sonne, der Wunder – und der Geschichten, die noch darauf warten, erzählt zu werden.“ Nabû-etir, Abenteurer aus Hyzundashir

In den Augen vieler Gelehrter aus Ennor und Xian ist Ashur ein Kontinent der Extreme – ein Land gleißender Sonne, uralter Reiche und vergessener Geheimnisse. Händler und Chronisten aus dem Norden nennen ihn ehrfürchtig das Sonnenland, denn über seinen weiten Ebenen, Wüsten und Regenwäldern scheint die Sonne heißer und unbarmherziger als irgendwo sonst in der bekannten Welt, ausgenommen nur vom unheilvoll nahen Hitzepol. Doch hinter diesen einfachen Namen verbirgt sich ein Kontinent von überwältigender Vielfalt: Von den goldenen Palästen der Kalifen, den uralten Tempeln aus gebranntem Stein bis hin zu verborgenen Reichen tief im Dschungel, die älter sind, als die Menschheit selbst.
So ist Ashur ein Kontinent der Sonne und der Schatten, der uralten Reiche und neuen Imperien. Für die Gelehrten und Abenteurer aus Ennor und Xian bleibt er ein Land unerschöpflicher Geheimnisse – und vielleicht der Schlüssel zu Geschichten, die älter sind als die Überlieferungen der Elfen.
Nationen, Länder und Gebiete
Arasya - Die Diamantenen Erblande
Der Norden von Ashur ist in Ennor als Diamantene Erblande bekannt, die hiesigen Kulturen nennen ihre Heimat hingegen meist Arasya. Der ennorische Name rührt vom mächtigen Diamantenen Kalifat her, dessen Banner einst von Küste zu Küste wehten und beinahe den gesamten Norden des Kontinents im Namen des As’everja beherrschten. Erst, als seine Heere versuchten, das übermächtige Alte Reich jenseits des Meers zu unterwerfen, scheiterten die Diamantenen Kalifen und ihr Reich wurde schließlich von den Legionen des Nordens vernichtend geschlagen. Das große Reich zerbrach – doch aus seinen Kernlanden entstanden neue Mächte. Heute dominieren das Goldene Kalifat, welches als unmittelbarer Nachfolger des Diamantenen Kalifats gilt, und der ehrgeizige Bund von Fasar unter der ebenso gelehrsamen wie prunkvollen Herrschaft des Padishahs die Region. Daneben gibt es zahlreiche weitere Länder wie das Großemirat Ishariah, das Sultanat Alshanah oder die Stammesgebiete in Nimadistan, welche ihre eigenen Wege beschreiten und doch durch den Glauben an das As’everja vereint ist. Die einzige Ausnahme stellt das Königreich Djaf-Waha dar, eine Nation, deren Kultur stark von mittelländischen Eroberern geprägt ist und deren Bewohner vorwiegend den Kaiserlichen Kirchen anhängen.
Himyaris - Die Silbernen Reiche
Östlich von Arasya liegen die Region der Silbernen Reiche, die von ihren Bewohnern auch als die Himyaris bezeichnet wird. Es ist eine Region uralter Traditionen, in denen die Kulturen der Frühzeit fortleben – nicht in stiller Bewahrung, sondern Leidenschaft und selbstbewussten Fortschritt. Hier stehen steinerne Tempel unter sternenklaren Himmeln, und ewige Karawanenstraßen verbinden stolze Städte. Auch wenn diese Region für einige Jahrzehnte ebenfalls unter der Herrschaft der Diamantenen Kalifen stand und das As’everja als einzige Religion diente, so überdauerten die eigenen Religionen im Stillen und nach der Zerschlagung dieses Imperiums kehrte man rasch zur althergebrachten Lebensweise zurück. Auch wenn die Region über den Isthmus von Aralovac mit Ennor verbunden ist, so sind die Wege dennoch weit und vor allem der reiche Städtebund von Hyzundashir, dessen Händler die halbe Welt bereisen, und das mächtige Magiersultanat Aránistan, dessen Gelehrte zu den größten Magieanwendern der Welt zählen, über die Region hinaus bekannt.
Nokesha und Amunareth - Die Nokeshwüste
Das Herz des Kontinents bildet die gewaltige Nokeshwüste, ein endloses Meer aus Sand und sengender Hitze. Für lange Zeit bildete die unbarmherzige Weite eine effektive Barriere und isolierte die südlichen Regionen des Kontinents, in denen sich einzigartige Kulturen entwickelten. Geographisch unterscheidet man zwischen Nokesha, der eigentlichen Wüste mit den in ihr verborgenen Refugien, und Amunareth, welches an der hiesigen Westküste liegt und entlang der Flüsse eine uralte Zivilisation hervorgebracht hat. Und während sich auch inmitten der lebensfeindlichen Nokesh blühende Inseln des Lebens wie das Remboabecken oder das sagenumwobene Milchland befinden, liegen in den einstmals fruchtbaren Landstrichen Amunareth die vergessenen Priesterkönigreiche von Khémet, deren Tempelstädte von Untoten und uralten Flüchen beherrscht werde – doch auch deren Kultur hat unter anderem im Pharaonenreich Ta-seti überdauert.
Alemi - Die Grünlande
Südwestlich von Amunareth liegt eine von ennorischen Seefahren als Grünlande bekannte Region, welche von ihren Bewohnern als Alemi oder Alemische Weiten bezeichnet wird. Hier blühen uralte Hochkulturen und mächtige Königreiche, die sich viele Jahrtausende fast vollkommen von der Außenwelt unberührt existierten und eine völlig eigenständige Entwicklung nahmen. Es ist nicht nur ein Sprichwort, wenn die Menschen hier sagen, dass so manches Dorf hier älter ist, als sämtliche Nationen nördlich der Nokesh. Einstmals herrschte das Kaiserreich Habitami vom Norden über die Großregion, und nach dessen Zerfall ringen mehrere Königreiche um Macht und Einfluss über die ressourcenreichen Länder mit ihren dichten Regenwäldern, mächtige Flüsse und fruchtbare Savannen.
Amaruca - Die Smaragdlande
Im Südosten schließlich liegen die vor Leben überquellenden Smaragdlande, die von ihren Bewohnern meist zusammenfassend Amaruca genannt werden. In ihren dampfenden Regenwäldern erheben sich uralte Tempelstädte, in denen die Kastengesellschaft der Echsenmenschen neben den steinernen Pyramiden der menschlichen Priesterkönige existieren. Im Schatten uralter Baumriesen leben die Stämme der Völker der Waldmenschen, während eine Vielzahl von kulturschaffenden Spezies‘, die man ausschließlich hier antreffen kann. Überall hier ist hier noch der Hauch der Alten Drachen spürbar, und in ihrem Zeitalter stellten die Regenwälder das Herzland ihres Weltreiches dar – und entsprechend sind hier ihre Dienervölker an vielen Stellen anzutreffen. Doch neben diesem Hauch von Ewigkeit ist Amaruca zunehmend auch der Schauplatz fremder Konflikte: Seitdem die ennorischen Großmächte hier ihre inzwischen größtenteils selbstständigen Kolonien errichtet haben strömen nach wie vor Händler, Missionare und Eroberer ins Land.