Kristallwald: Unterschied zwischen den Versionen

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Der '''Kristallwald''' – von den Dämmerelfen auch '''Vaelithryn''' (El. „'''Wald aus Erstem Licht'''“) und '''Myrr’Saelor''' (El. „'''Ewiger Widerhall'''“) genannt, die Vraknarvölker nennen ihn '''Hrimskógr''' (WV. „'''Gefrorener Wald'''“) und die Polarnomaden als '''Qirnaq-Sila''' (R. „'''Das atmende Glas'''“) und '''Taluq Krysaa''' (R. „'''Wald der harten Lichter'''“) – ist ein Gebiet im Norden der Mittleren Helchanar, welches wie eine Zeitkapsel beinahe unverändert seit über zehntausend Jahren in seiner jetzigen Form fortexistiert.
== Geschichte ==
Der Kristallwald entstand schon lange vor dem Großen Kataklysmus, womöglich gehörte er gar zu den ersten Wäldern, welche nach der Entstehung der Welt diese schmückten. Unter dem schützenden Geäst des Weltenbaums Nosta’lath siedelten sich hier die ersten Sippen der Dämmerelfen an, welche sich hier vor den unaussprechlichen Schrecken der Frühzeit verbargen. Die grünen Wälder boten ihnen einen geeigneten Lebensraum, während die Welt um sie herum in den drei '''Götterkriegen''' und dem '''Ersten Drachenkrieg''' verheert wurde und langsam aber sicher verdorrte. Königin Vaelmyra und Königingemahl Myrrennor entschieden bereits in jener Zeit in Übereinstimmung mit ihren Sippenfürsten, dass sich die Dämmerelfen von Vaelithryn fortan von den Geschehnissen der weiten Welt fernhalten würden und sich nur um ihr eigenes Überleben kümmern sollten. Auch die apokalyptischen Ereignisse um den '''Großen Kataklysmus''', den Aufstieg und den Fall der Imperien der Vielbeinigen Spezies, der Geschuppten Völker und schließlich den '''Zweiten Drachenkrieg''' und sowie den '''Dritten Drachenkrieg''' überdauerten sie, ohne dass sie hiervon nennenswert Notiz genommen hätten. Allerdings sorgten die veränderten magischen Strömungen im Rahmen der Entstehung des Großen Mahlstroms während der Teilung der Kontinente für großflächige, wenn auch schleichende Veränderungen im Vaelithryn: Zunächst begannen neue Setzlinge von althergebrachten Bäumen mit bläulichen und violetten Blättern zu sprießen, ebenso nahm ihr Holz einen weißen Farbton mit einem bläulichen oder violetten Schimmer an. Schließlich ergriffen diese Veränderung auch alte und ehrwürdige Gewächse, und es begannen, erste Kristalle aus dem Boden zu wachsen wie neue Bäume – genauso lebendig, genauso empfindsam. Zuletzt veränderte sich auch Nosta’lath entsprechend, und damit war der Kristallwald in seinem heutigen Antlitz geboren. Die neuen Baumarten, die nun überall im Vaelithryn gediehen, wurden '''Klangkroneneichen''', '''Sphärenkiefern''', '''Windharfenbäume''', '''Prismenbäume''' und '''Kristallholzbäume''' genannt – und mit ihnen wurde der Pflanzenkönig der Kristallbäume geboren, der nun an der Seite des Weltenbaums wächst und gedeiht. Was in den Sippen der Dämmerelfen für aufgeregtes Gemurmel sorgte, waren die Ereignisse rund um die Auslöschung der lichtelfischen Heimatländer in Lúviennë wie auch der Aufstieg des Phönixkönigreichs der Hochelfen mit seinen zahllosen weltumspannenden Kolonien – während ersteres großes Mitleid und eine Diskussion um mögliche Unterstützung auslöste, wurde letzteres aufgrund der gewaltsamen Unterwerfung ganzer Völkerschaften mit großer Ablehnung und Befremdung beobachtet. Ihre Botschafter wurden stets freundlich, aber bestimmt von ihren Grenzen verwiesen – selbst, als die Kristallpaläste der Eiselfen sich vom Phönixthron im fernen Ashanore lossagten, verweigerten die Königin und ihre Sippen diesen die Aufnahme in ihr altehrwürdiges Reich. Allerdings bedeuteten die Veränderungen im Hohen Norden in den letzten Jahrhunderten auch große Veränderungen für den Kristallwald: Vormals isoliert, liegt es nun eingeklemmt zwischen dem aufstrebenden Fürstentum Olar im Osten und dem bedrohlichen Reich des Winterkönigs im Westen. Auch die Energien, die vom Weltendach im Norden kommen, tragen beunruhigende Empfindungen mit sich. Einzig aus dem Süden, wo die Wälder an die endlosen Lande der Polarnomaden in der Cituqayatundra grenzen, herrscht eine ruhige Stille.
== Geographie ==
[[Datei:Landschaft im Kristallwald.png|alternativtext=Landschaft im Kristallwald|mini|Landschaft im Kristallwald]]
Der Kristallwald liegt im nördlichen Zentrum der Mittleren Helchanar, und gemeinsam mit dem östlich angrenzenden Fürstentum Olar stellt es das kleine zusammenhängende Herrschaftsgebiet dieser Region dar. Im Norden des Landes liegt der '''Splitterkamm''', wie hierzulande das Vorgebirge des Weltendachs genannt wird. Hier beginnen die ersten kristallinen Wucherungen zwischen alpinen Nadelhölzern brechen Quarzadern offen aus dem Gestein, und viele der niedrigen Gipfel tragen natürliche Kristallkronen, die im Sonnenlicht wie Leuchtfeuer wirken. Bei Sturm ertönen hier wundersame Lieder, Lawinen aus Kristallsplittern machen die Schönheit jedoch unberechenbar gefährlich. Einzig die alten Pfade der Dämmerelfen, die die thermische Täler im Hochgebirge führen, sind sicher begehbar. Der Splitterkamm ist klimatisch schon vom Ewigen Eis beeinflusst, was den magisch geschützten Dämmerelfen wenig anhaben kann, ist für andere eine große Gefahr. Der westliche Rand des Kristallwalds wird vom sogenannten '''Schimmerforst''' eingenommen, in dem inzwischen der Einfluss des ewigen Schneesturms im Reich des Winterkönigs deutlich spürbar ist. Die Bäume hier sind teilweise von einer dünnen Schicht von Eis überzogen, sodass ihre Äste wirken wie gefrorene Wellen. Der Boden ist von flachen Kristallfeldern durchzogen, die aus der Entfernung wie zugefrorene Seen erscheinen. Im Schimmerforst hängt häufig dunstiger Nebel zwischen den Bäumen, in den Kristallflächen spiegeln sich die Polarlichter und die Region gilt als zunehmend gefährlich – manche Bereiche erstarren plötzlich zu Eis, während andere unvermittelt zu leuchten beginnen. All dies ist ein Ausdruck des Konflikts der magischen Energien zwischen dem unverbrüchlichen Schutz des Weltenbaums Nosta‘lath und der schleichenden Verderbnis des Winterkönigs. Im Zentrum des Kristallwalds erhebt sich das '''Herz des Waldes''', ein kreisrundes Hochplateau mit radialverlaufenden Kristalladern und Quellen aus reinem, leicht schimmernden Wasser, die sich schließlich in den Lythaelis ergießen. Im Zentrum des Herzens des Waldes erhebt sich Nosta’lath, dem womöglich letzten der eng mit der Schöpfung verbundenen Weltenbäume. Die Vegetation hier ist am wenigsten kristallisiert. Stattdessen finden sich gewaltige, uralte Bäume mit dunkler Rinde und lichtdurchlässigen Blättern. Magisch gesehen ist dies der stabilste Ort des Waldes und gewissermaßen das Ankerzentrum der hiesigen Energien, die die Dämmerelfen seit zehntausenden Jahren schützen. Auf einem Hügel neben Nosta’lath gedeiht der König der Kristallbäume, erwachend und lernend. Im Süden des Kristallwalds liegen die '''Gläsernen Tiefen''', in denen die größten Kristallformationen wachsen. Manche ragen hunderte Schritt in den Himmel hinauf, und gleichzeitig wird der Wald dunkler, dichter und hallender. Man findet hier zahlreiche unterirdische Hohlräume voller Kristalle, in denen eine natürliche Klangverstärkung stattfindet und in denen spiegelnde Lichter die Realität leicht verzerrt wirken lassen. Hier liegt der Bevölkerungsschwerpunkt der Dämmerelfen. Im Osten schließlich erstreckt sich der '''Olarische Saum''', wo der Wald dichter wird, die Kristalle kleiner bleiben und oft nur in Wurzeln sichtbar sind. Die Natur geht hier langsam aber sicher in die gewöhnliche Vegetation des Fürstentums Olar über, alte und verlassene Pfade und Lichtungen, die einst dem Kontakt zu anderen Kulturen dienten, deuten auf eine vergangene Phase größerer Offenheit hin. Die Ostgrenze ist allerdings fest markiert, denn der '''Kelvani''' ist eine feste und nicht zu leugnende Linie auf der Karte. Der einzige größere Fluss im Kristallwald ist der '''Lythaelis''', der im Nordwesten des Weltendachs entspringt – seine Quellen gelten als heiliger Ort – und durch das magische Wasser aus den Quellen zwischen den Wurzeln des Nosta’lath verstärkt wird, bevor er sich an der Ostgrenze mit dem Kelvani vereint und rasch so verwässert, dass seine magischen Bestandteile schon nicht mehr spürbar sind, wenn der Kelvani in den Norelin und schließlich in die Nariqtuk-Fjorde mündet. Überall im Kristallwald gibt es kleine Seen mit kristallklarem Wasser, die oftmals durch unterirdische Flussläufe miteinander verbunden sind. Die Veränderungen, die die Bäume und die Landschaft des Kristallwalds nachhaltig veränderten, erfassten mit der Zeit auch die Tierwelt, und ließen im Laufe der Jahrtausende aus der urtümlichen Fauna eine Reihe einzigartiger Arten entstehen: Die '''Prismenhirsche''' besitzen Geweihe aus kristallinem Material, ein silbriges oder rauchgraues Fell sowie verträumte tiefblaue Augen. Die Dämmerelfen sehen in ihnen die Boten des Weltenbaums, weshalb die Jagd auf sie streng verboten ist. Die '''Schimmerwölfe''' sind pferdegroße Wölfe, die sich vollkommen lautlos und geisterhaft als Einzelgänger durch den Wald bewegen. Hin und wieder bilden sie enge Freundschaften mit den Dämmerelfen und dienen diesen als Reittiere. '''Splittereber''' sind riesige Wildschweine mit teilweise kristallisierten Rückenplatten und Stoßzähnen aus härtestem Kristall. Sie sind extrem territorial und – insbesondere mit Jungen – sehr gefährlich, aber auch als beunruhigend intelligent. Die '''Glasfüchse''' zeichnen sich durch ihr leicht durchscheinendes Fell aus und gelten als Glückszeichen, während die hasenartigen '''Lichtläufer''' durch nachts leuchtende Ohrenränder miteinander kommunizieren. In den Baumkronen nisten '''Kristalleulen''' mit prismatischem Gefieder, deren unheimlicher Gesang aus übereinander gelegten Tönen besteht, und '''Resonanzsegler''', schwalbenartige Vögel, die sehr empfindlich auf magische Strömungen reagieren. Die Gewässer sind die Heimat von '''Spiegelkarpfen''', deren Schuppen anders wie die ihrer Namensvettern in Ennor tatsächlich spiegelartig Reflektieren, und die von verspielten '''Schimmerottern''' gejagt werden. Diese tragen ihren Namen allerdings nicht aufgrund schimmernder Äußerlichkeiten, sondern aufgrund einer Vorliebe für derlei Dinge, die sie in ihrem Nestern sammeln.
== Klima und Wetter ==
Das Klima im Kristallwald ist durch den Einfluss und den magischen Schutzschild des Nosta’lath vom Rest des Hohen Nordens abgekoppelt, weshalb hier ein eigenes Mikroklima ohne nennenswerte Jahreszeiten herrscht. Generell ist es das ganze Jahr über kühl, ohne frostig zu sein. Regen fällt das ganze Jahr über gleichmäßig verteilt in Form von leichtem Nieselregen, während es im Winter zumindest in den Randgebieten hin und wieder schneit. Stürme finden selten statt, und bei diesen hört man anstatt dröhnendem Donnern ein kristallines Knistern in der Luft. Der polare Tag und die polare Nacht finden auch hier statt, ebenso sind die Polarlichter deutlich sichtbar – bedingt durch die dichte Baumkrone und das Leuchten aus den Bäumen machen diese Veränderungen kaum wahrnehmbar.
== Politik ==
Die politische Situation des Kristallwalds ist von Ewigkeit geprägt. Es existieren keine politischen Strukturen im eigentlichen Sinne, keine Organisation und keine Institutionen. Die Autoritäten herrschen bereits seit vielen Jahrtausenden, ihre Macht gilt als unantastbar und ihre Weisheit als unbestritten. Durch den Beschluss der Königin halten sich die Dämmerelfen von den Belangen der Welt fern und pflegen ihre eigenen Angelegenheiten nachzugehen, die sie über alles andere stellen – kaum verwunderlich für ein Volk, dass den Aufstieg und Untergang ganzer Spezies aus der Ferne beobachtet hat. Allerdings ist auch der Kristallwald kein ewig unveränderliches Abbild, und gerade in den letzten Jahrhunderten stellten sich schleichende Veränderungen ein: Durch die Veränderung der magischen Energien, die vom Kältepol in Richtung des Großen Mahlstroms strömen, beginnen im Ewigen Eis uralte Mächte zu erwachen, die dort seit dem Großen Kataklysmus schlummern. Da sich darunter auch Wesen befinden, die dem Kristallwald gefährlich werden können, entsendet Vaelmyra immer wieder Stoßtrupps unter der Führung von '''Thaelira''', der vertrautesten Generalin der Königin, um diese auszulöschen, bevor sie vollends erwachen. Eingeklemmt zwischen dem expandieren Fürstentum Olar und dem Reich des Winterkönigs wähnen sich viele Dämmerelfen inzwischen belagert, auch wenn die Bewohner von ersterem eine abergläubische Furcht vor dem Wald hegen und letzterer kein Interesse an den Elfen hegt. Tatsächlich hat vor allem '''Belimone''', die Königin der Silméra genannten Vampirelfen ihren Blick auf den Kristallwald gerichtet und ihren Fluch dort eingeschleppt, wo er sich bislang noch unbemerkt im Schatten verbreitet. Inzwischen sind zwanzig Dämmerelfen zu Vampiren geworden, und die Unterwanderung schreitet voran. Auch Gerüchte innerhalb des Kristallwaldes sorgen zunehmend für Gerede in den Sippen: Das Nosta’lath seit dem letzten Götterkrieg träumt und im Begriff ist zu erwachen und dass die Kristallisation nach dem Großen Kataklysmus kein abgeschlossenes Ereignis war, sondern ein andauernder Prozess und damit eines Tages alles in reines, lebendiges Glas übergehen könnte. Bedeutend sind auch die Gerüchte, die sich um die Geburt der Königintochter handeln – ist sie wirklich die Tochter von Vaelmyra und Myrrennor? Wurde sie dem Königingemahl untergeschoben? Ist sie die Verkörperung des Nosta’lath, gar eine Halbgöttin? Nur die Zukunft wird zeigen, wie sie sich entwickelt.
Königin '''Vaelmyra''' ist die unangefochtene Herrscherin über ihr Volk und übte dieses Amt bereits aus, als ihre Götter noch auf diesem Boden wandelten. Sie ist die älteste Dämmerelfe im Kristallwald und womöglich die älteste lebende Elfe, vielleicht sogar die älteste Sterbliche überhaupt – selbst in einem Volk, deren Angehörige ihr Leben in Jahrtausenden messen, ist dies eine Besonderheit. Königin Vaelmyra gilt gleichzeitig als gütige Landesmutter und entschlossene Anführerin wie ihr kalter Zorn und ihre kalkulierte Grausamkeit gegenüber den Feinden ihres Volkes gefürchtet ist. Königsgemahl '''Myrrennor''' steht seit dem Ersten Drachenkrieg an ihrer Seite, und anders als die oft unterkühlt erscheinende Vaelmyra gilt er als warmherzig und nachsichtig. Myrrennor kennt die Königin genau und weiß, dass er eine Einmischung in politische Angelegenheiten nicht dulden wird. Erst vor einhundert Jahren sind beide unverhofft Eltern geworden. Königintochter '''Aelthameris''', von vielen liebevoll „Tochter der Wurzel“ genannt, gilt als der Stolz der Königin und zum ersten Mal scheint es möglich, das Vaelmyra eines Tages von ihrer Herrschaft zurücktreten könnte. Allerdings sind nicht alle im Kristallwald der Königintochter zugeneigt, eine wachsende Anzahl äußert sich misstrauisch gegenüber dem Kind, das unvermittelt nach Jahrtausenden der Ehe geboren wurde und zweifeln an ihrer Herkunft. Königin Vaelmyra steht als einzige Dämmerelfe in engem Kontakt zu '''Nosta’lath''', dem riesigen Weltenbaum. Dieser schützt ihr Volk seit zehntausenden Jahren von äußeren Einflüssen, und auch er betrachtet sich zunehmend als Elternteil des '''Pflanzenkönigs der Kristallbäume''', der an seiner Seite wächst. Nosta’lath war stets derjenige unter den Weltenbäumen, der am stärksten in den Angelegenheiten der Sterblichen involviert war und mit diesen am aktivsten kommunizierte. Entsprechend spricht er auch zu anderen Bewohnern des Kristallwalds, die nicht zu den Dämmerelfen gehören – und manchmal erscheint er Polarnomaden, die ihn aus großer Entfernung sehen können und ihn '''Qirnathuk''' (R. „Der, der nicht fällt“) nennen, im Traum. Er steht in enger Verbindung zu den beiden uralten Wächtern, die über den Kristallwald wachen: '''Nyrrathae''', die '''Wurzel unter dem Glas''', ist ein einzigartiges Wesen, das aus verdichteter Schöpfungskraft entstand, die zwischen den Wurzeln des Weltenbaums schlief und erst während des Großen Kataklysmus erwachte. Er ist ein gigantisches Wesen aus Wurzeln, Holz, Kristallen und verdichteter Finsternis, mit Augen groß wie ein See und einer Stimme, die nur im Innerendes Schädels hörbar ist. Sein Bewusstsein erstreckt sich über das gesamte Wurzelgeflecht, und es geschieht nichts, was ihm entgeht. Die Dämmerelfen sprechen nur selten offen über Nyrrathae, sie fürchten seinen Zorn und meiden bestimmte unterirdische Zonen. Auch wenn er nicht körperlich anwesend ist, gibt es doch deutliche Anzeichen, dass er sich nähert oder zumindest die Aufmerksamkeit auf einen Ort gerichtet hat: Kristalle wachsen plötzlich aus dem Boden, Tiere verstummen, der Boden pulsiert schwach und Gedanken wie Träume werden klar und fremd. Die Verbindung zwischen Nyrrathae und Nosta’lath ist unklar, viele halten beide für ein und dasselbe Wesen. '''Aelyrquess''' '''der Prismenwyrm''' war einst ein weiblicher Sternendrache, die einst während des Ersten Drachenkrieges den Kristallwald angriff und von Nosta’lath mit seinen Wurzeln verschlungen wurde. Nach dem Großen Kataklysmus wurde sie wieder freigegeben, und sie hatte sich vollkommen verändert: Ihr Körper ist noch immer unverkennbar der eines großen Drachen, doch wirken ihre Schuppen wie milchiges Quarz mit prismatischen Brüchen, die Membranen ihrer Flügen sind halb kristallin und ihre pupillenlosen Augen strahlen ein irisierendem Licht ab. Aelyrquess der Prismenwyrm ist eine sichtbare Wächterin des Kristallwalds, die schon so manchen Untoten aus dem Reich des Winterkönigs oder ambitionierten Jäger aus Olar beziehungsweise der Cituqayatundra ausgelöscht hat. 
== Völker und Kulturen ==
=== Dämmerelfen ===
Die '''Dämmerelfen''' (E. „'''Tirinalë'''“) sind ein uraltes Volk der Elfen, deren Blütezeit in den Jahrhunderten vor dem Großen Kataklysmus lag und entsprechend schon seit vielen Zeitaltern zu Ende ist. Sie selbst sehen sich nicht als eine elfische Kultur unter vielen, sondern als die letzten Überlebenden der wahren Linie der erste Elfen. Entsprechend nennen sie sich selbst häufig auch „die Ersten“ oder „die Ungeteilten“, denn in ihrem Selbstverständnis sind sie jene, die vor der Spaltung der Kontinente und vor der Zerstreuung der elfischen Völker existierten. Für sie sind andere Elfen – insbesondere die Nachkommen der Lichtelfen – Abkömmlinge einer abgeschwächten, fragmentierten Tradition. Diese Überzeugung prägt ihr gesamtes Denken: Ruhig, überlegen und beinahe dem Diesseits entrückt. Äußerlich wirken die Dämmerelfen selbst im Vergleich zu Angehörigen anderer Elfen schön und zugleich fremd, denn ihre helle Haut weist einen wahrnehmbaren irisierenden Schimmer in Blau- und Violetttönen auf, als wäre sie mit einem feinen Staub aus Mondlicht bedeckt. Bei manchen Personen zeigt sich in bestimmten Winkeln ein kristalliner Glanz, besonders an Schläfen, Schultern oder Fingerspitzen – Spuren ihrer engen Bindung an die magischen Strömungen dieser Welt. Ihr Haar ist meist silbern, blassblond oder von kühlem Violettgrau, glatt und schwer fallend. Ihre Augen sind jedoch das auffälligste äußerliche Merkmal: Kalte und klare Farben wie Eisblau, Rauchgrau oder Amethyst herrschen vor, oft schwach leuchtend. Da sie nur selten blinzeln und sich mit lautloser Präzision bewegen, wirken sie auf Außenstehende oft beinahe unheimlich. Ihre Kleidung ist von schlichter Eleganz. Fließende Stoffe in gedämpften Tönen – Perlmutt, Nebelgrau, blasses Blau – werden mit organisch gewachsenen Elementen aus Holz und feinem Kristall kombiniert. Metall verwenden sie nur sparsam. Ihre Rüstungen wirken nicht geschmiedet, sondern geformt, aus gehärteter Rinde, durchzogen von schimmernden Kristalladern, leicht und doch sehr widerstandsfähig. Waffen bestehen häufig aus lebendigem Holz, das durch Magie verstärkt wurde, oder aus klaren, schmalen Kristallklingen. Die Dämmerelfen leben nicht in Städten im herkömmlichen Sinn. Ihre Siedlungen wachsen aus der Welt heraus: Terrassen schmiegen sich an gewaltige Stämme, Brücken aus geflochtenen Wurzeln verbinden Baumkronen, Hallen entstehen im Inneren uralter Bäume, deren Herz nicht gefällt, sondern erweitert wurde und verehrt wird. Architektur ist für sie kein Akt der Zähmung oder Beherrschung, sondern der Abstimmung. Jeder Bau ist eine Übereinkunft mit dem Ort und seiner Natur. Zeit bedeutet ihnen nur wenig, selbst nach Jahrtausenden wirkt ein Dämmerelf kaum gealtert. Das Alter zeigt sich weniger in körperlicher Veränderung als in ihrem Blick und ihrer Stimme. Die Ältesten sprechen langsam mit einer Ruhe, die aus Gedankentiefe entsteht. Entscheidungen werden nicht hastig gefällt; manche Fragen können Jahrzehnte offenbleiben. Ungeduld gilt da gegen als Zeichen innerer Unreife. Gegenwärtig sind noch etwa dreihundert Dämmerelfen am Leben, die den Großen Kataklysmus erlebt haben. Da jedoch die Fruchtbarkeit ihres Volkes seit dem Großen Kataklysmus stark abgenommen ist sinkt ihre Zahl kontinuierlich, und inzwischen gibt es immer mehrere Jahre infolge, in denen kein einziges Kind geboren wird. Auch wenn ältesten Dämmerelfen noch Gottheiten mit eigenen Augen gesehen haben dürften, verehren sie keine Götter im klassischen Sinn. Das Zentrum ihrer Spiritualität ist der Weltenbaum Nosta’lath, der nicht als Gottheit verehrt wird, sondern ihnen als Ursprung und Anker dient. Sie glauben, dass im Holz und in den Kristallen die Erinnerungen ihres Volkes gespeichert sind. Auch ist ihre Magie keine gewaltsame Durchsetzung des Willens, sondern ein Mitschwingen mit vorhandenen Strukturen. Sie lauschen, bevor sie handeln. Resonanz ist für sie sowohl Naturgesetzt als auch Philosophie: Jede Handlung erzeugt ein Echo, und wer dieses nicht bedenkt, handelt blind. Im Verhältnis zu anderen Völkern und Kulturen geben sie sich meist distanziert. Sowohl den Urskaari als auch Baumhirten und Treants begegnen sie mit respektvoller Zurückhaltung, da sie ebenso tief mit dem Boden verbunden sind, wie sie. Menschen und andere Spezies sehen sie als kurzlebig, ungeduldig und zuweilen sehr unvernünftig – Wesen, die rasch handeln und rasch vergehen. Was die Dämmerelfen am stärksten auszeichnet, ist ihre Haltung gegenüber der Vergangenheit. Sie leben nicht in Nostalgie, sondern in Bewahrung. Für sie ist Geschichte kein abgeschlossenes Kapitel, sondern ein fortwährender Zustand. Der Kristallwald ist nicht einfach ihr Zuhause, er ist ihr Gedächtnis. Und solange der Weltenbaum steht, glauben sie, wird auch ihr Volk nicht verschwinden.  
=== Urskaari ===
Die '''Urskaari''' nennen sich selbst Wurzelgeborene und sind eine uralte Spezies, die sich vor allem in nördlichen Breiten findet. In vielen Gebieten, in denen sie einst zu finden waren, sind sie von jüngeren Spezies verdrängt worden. Die Urskaari glauben, dass sie nicht aus Fleisch, sondern aus Erde, Wurzeln und Erinnerung entstanden – geformt im Schatten der Weltenbäume, als die Welt noch weich und jung war. Für Außenstehende wirken sie gewaltige, aufrecht gehende Bären mit breiten Schultern, dichtem braunem Fell und schweren Pranken, die gleichermaßen einen Baumstamm spalten wie ein verletzten Tier behutsam tragen können. In ihren Augen liegt eine stille, alte Wachsamkeit, die mehr an geduldige Wächter denn an wilde Tiere erinnert.  Die Urskaari sind tief mit dem Kristallwald verbunden, aber nicht mit seinem innersten Herzen – sie betrachten Nosta’lath und das Herz des Waldes mit Ehrfurcht und Distanz, als einen der wenigen Orte, die älter sind, als ihr Volk. In ihren Erzählungen heißt es, sie seien aus den Wurzeln von Weltenbäumen entstanden, die die Welt erkunden wollten und sich nach Wärme sehnten. Als der Große Kataklysmus dir Kristallisation des Waldes einleitete, veränderten sich auch manche Urskaari, und seither tragen einzelne Urskaar feine kristalline Verhärtungen im Fell oder an den Klauen. Ihre Gesellschaft ist stammesgebunden, doch hochkomplex. Jeder Stamm folgt einem Totem, nicht im Sinne eines Symbols, sondern als lebendige geistige Ausrichtung. Im Kristallwald leben der '''Stamm''' '''des''' '''Stillen''' '''Waldes''', der '''Stamm''' '''der''' '''Knochenhand''' und der '''Stamm''' '''der''' '''Wurzelsänger'''. Angeführt werden sie von Häuptlingen, doch diese herrschen nicht durch Zwang, sondern durch Standhaftigkeit. Ein Anführer, der seine innere Balance verliert, wird nicht gestürzt, sondern verlassen. Die Spiritualität der Urskaari ist schwer in Worte zu fassen. Sie verehren keine Götter im klassischen Sinn, stattdessen sprechen sie vom '''Tiefen Atem''' – einer unsichtbaren Kraft, die durch Wurzeln, Erde und Knochen strömt. Kristalle gelten ihnen als verfestigte Erinnerungen. Ihre Schamanen legen ihre Pranken auf gewachsene Kristalladern im Boden und lauschen mit dem ganzen Körper. Viele glauben, dass sie auf diesem Weg vergangene Ereignisse erfühlen können. Im Kampf sind die Urskaari erschreckend direkt. Sie bevorzugen schwere Waffen wie Keulen aus gehärtetem Holz, besetzt mit Kristallsplittern, oder gewaltige Speere. Doch ihr größtes Werkzeug bleibt ihr Körper, und ein Urskaar im Zorn ist eine Naturgewalt. Dennoch sind sie nicht kriegerisch, Konflikte vermeiden sie durch Standhalten zu lösen – wer weicht, verliert, wer bleibt, beweist recht. Ihr Verhältnis zu den Dämmerelfen ist von vorsichtiger Distanz geprägt. Man respektiert sich, spricht aber selten offen miteinander. Die Urskaari empfinden die Dämmerelfen als zu „fern vom Boden“, mit anderen Worten als weltfremd, während die Dämmerelfen die Urskaari als grob aber ehrlich empfinden. Dennoch würden beide stets Seite an Seite kämpfen, denn sie leben beide im Bewusstsein, dass ihr Wald ohne Gleichgewicht fallen würde. Gegenüber den Isbjarnai im Osten und im Ewigen Eis empfinden die Urskaari eine Mischung aus Bewunderung und Misstrauen: Die sprechenden Eisbären sind ihnen zu stolz, zu eisnah, zu wenig verwurzelt. Doch gibt es alte Geschichten von Bündnissen aus einer Zeit großer Gefahren. Die Urskaari des Kristallwalds wissen nicht um ihre Verwandten in der Westlichen Helchanar und in Beleagand.
=== Baumhirten ===
Als uraltes Waldgebiet ist der Kristallwald die Heimat verhältnismäßig vieler '''Baumhirten''', die ihn hegen und pflegen. Baumhirten sind zumeist uralte und langsame Hüterwesen, deren Körper aus lebendigem Holz, Moos, Rinde und – zumindest im Kristallwald und in arkanen Fokuspunkten – kristallinen Verwachsungen bestehen. Sie messen ihr Leben in Jahrtausenden und wirken eher wie wandelnde Bäume mit einer grob humanoiden Gestalt als lebendige Kreaturen. Ihre Bewegungen sind bedächtig, und selbst das einfache Heben eines Arms gleicht dem Knarren eines alten Stammes im Wind. Ihre Gesichter sind nur angedeutet – tiefe, dunkle Spalten als Augen, ein Riss in der Rinde als Mund. Wenn sie sprechen, klingt es wie ein fernes Grollen oder brechendes Holz. Baumhirten greifen nur selten aktiv ein, doch wenn ihr Wald bedroht wird, erwachen sie vollständig – und dann setzen sie ganze Haine in Bewegung. Ihre Spezies war nie zahlreich, und manche behaupten, sie stünden vor dem Aussterben.
=== Treants ===
Die '''Treants''' dagegen sind jünger, kleiner und deutlich beweglicher als Baumhirten. Sie wirken wie lebendig gewordene Baumgestalten von einem bis drei Schritt Höhe und klarer Silhouette mit Stammkörper, Astarmen und wurzelartigen Beinen. Im Kristallwald ist ihre Rinde oft von Kristallsplittern durchzogen, welche überirdisch im Licht schimmern. Manche besitzen zunehmend leuchtende Adern unter der Rinde. Treants sind deutlich temperamentvoller und aktiver als ihre größeren Verwandten. Sie patrouillieren durch den Wald, vertreiben Eindringlinge oder jagen nach kleineren Bedrohungen. Wenn Baumhirten Wächter sind, sind Treants Verteidiger. Wenn Baumhirten Lehrer sind, sind Treants Schüler.
=== Andere Völker und Kulturen ===
Der Kristallwald ist darüber hinaus die Heimat einer größeren Zahl von '''Waldschratten''', sowie von unzähligen Bewohnern der Feenwelten, da die Mauern des Diesseits hier außergewöhnlich dünn sind. '''Dryaden''' sind ein alltäglicher Anblick, ebenso '''Kristallfeen''', '''Blätterfeen''' und '''Blütenfeen'''. Kobolde und Bolde dagegen sind nur sehr selten anzutreffen und weniger im Wald erwünscht.

Aktuelle Version vom 22. März 2026, 15:53 Uhr

Kristallwald

Vaelithryn | Myrr'Saelor | Hrimskógr | Qirnaq-Sila | Taluq Krysaa

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Emblem des Kristallwalds
Emblem des Kristallwalds
Flagge Wappen
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Karte
Staatliche Merkmale
Amtssprache Elandar
Hauptstadt Keine
Staatsform Monarchie
Oberhaupt Königin Vaelmyra, Königingemahl Myrrennor, Nosta'lath
Status Unabhängig
Währung ?
Handelswaren ?
Daten
Einwohner Dämmerelfen
Gründung Vor dem Großen Kataklysmus
Gründer Königin Vaelmyra
Zugehörigkeit
Geographisch Mittlere Helchanar
Politisch Unabhängig

Der Kristallwald – von den Dämmerelfen auch Vaelithryn (El. „Wald aus Erstem Licht“) und Myrr’Saelor (El. „Ewiger Widerhall“) genannt, die Vraknarvölker nennen ihn Hrimskógr (WV. „Gefrorener Wald“) und die Polarnomaden als Qirnaq-Sila (R. „Das atmende Glas“) und Taluq Krysaa (R. „Wald der harten Lichter“) – ist ein Gebiet im Norden der Mittleren Helchanar, welches wie eine Zeitkapsel beinahe unverändert seit über zehntausend Jahren in seiner jetzigen Form fortexistiert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kristallwald entstand schon lange vor dem Großen Kataklysmus, womöglich gehörte er gar zu den ersten Wäldern, welche nach der Entstehung der Welt diese schmückten. Unter dem schützenden Geäst des Weltenbaums Nosta’lath siedelten sich hier die ersten Sippen der Dämmerelfen an, welche sich hier vor den unaussprechlichen Schrecken der Frühzeit verbargen. Die grünen Wälder boten ihnen einen geeigneten Lebensraum, während die Welt um sie herum in den drei Götterkriegen und dem Ersten Drachenkrieg verheert wurde und langsam aber sicher verdorrte. Königin Vaelmyra und Königingemahl Myrrennor entschieden bereits in jener Zeit in Übereinstimmung mit ihren Sippenfürsten, dass sich die Dämmerelfen von Vaelithryn fortan von den Geschehnissen der weiten Welt fernhalten würden und sich nur um ihr eigenes Überleben kümmern sollten. Auch die apokalyptischen Ereignisse um den Großen Kataklysmus, den Aufstieg und den Fall der Imperien der Vielbeinigen Spezies, der Geschuppten Völker und schließlich den Zweiten Drachenkrieg und sowie den Dritten Drachenkrieg überdauerten sie, ohne dass sie hiervon nennenswert Notiz genommen hätten. Allerdings sorgten die veränderten magischen Strömungen im Rahmen der Entstehung des Großen Mahlstroms während der Teilung der Kontinente für großflächige, wenn auch schleichende Veränderungen im Vaelithryn: Zunächst begannen neue Setzlinge von althergebrachten Bäumen mit bläulichen und violetten Blättern zu sprießen, ebenso nahm ihr Holz einen weißen Farbton mit einem bläulichen oder violetten Schimmer an. Schließlich ergriffen diese Veränderung auch alte und ehrwürdige Gewächse, und es begannen, erste Kristalle aus dem Boden zu wachsen wie neue Bäume – genauso lebendig, genauso empfindsam. Zuletzt veränderte sich auch Nosta’lath entsprechend, und damit war der Kristallwald in seinem heutigen Antlitz geboren. Die neuen Baumarten, die nun überall im Vaelithryn gediehen, wurden Klangkroneneichen, Sphärenkiefern, Windharfenbäume, Prismenbäume und Kristallholzbäume genannt – und mit ihnen wurde der Pflanzenkönig der Kristallbäume geboren, der nun an der Seite des Weltenbaums wächst und gedeiht. Was in den Sippen der Dämmerelfen für aufgeregtes Gemurmel sorgte, waren die Ereignisse rund um die Auslöschung der lichtelfischen Heimatländer in Lúviennë wie auch der Aufstieg des Phönixkönigreichs der Hochelfen mit seinen zahllosen weltumspannenden Kolonien – während ersteres großes Mitleid und eine Diskussion um mögliche Unterstützung auslöste, wurde letzteres aufgrund der gewaltsamen Unterwerfung ganzer Völkerschaften mit großer Ablehnung und Befremdung beobachtet. Ihre Botschafter wurden stets freundlich, aber bestimmt von ihren Grenzen verwiesen – selbst, als die Kristallpaläste der Eiselfen sich vom Phönixthron im fernen Ashanore lossagten, verweigerten die Königin und ihre Sippen diesen die Aufnahme in ihr altehrwürdiges Reich. Allerdings bedeuteten die Veränderungen im Hohen Norden in den letzten Jahrhunderten auch große Veränderungen für den Kristallwald: Vormals isoliert, liegt es nun eingeklemmt zwischen dem aufstrebenden Fürstentum Olar im Osten und dem bedrohlichen Reich des Winterkönigs im Westen. Auch die Energien, die vom Weltendach im Norden kommen, tragen beunruhigende Empfindungen mit sich. Einzig aus dem Süden, wo die Wälder an die endlosen Lande der Polarnomaden in der Cituqayatundra grenzen, herrscht eine ruhige Stille.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landschaft im Kristallwald
Landschaft im Kristallwald

Der Kristallwald liegt im nördlichen Zentrum der Mittleren Helchanar, und gemeinsam mit dem östlich angrenzenden Fürstentum Olar stellt es das kleine zusammenhängende Herrschaftsgebiet dieser Region dar. Im Norden des Landes liegt der Splitterkamm, wie hierzulande das Vorgebirge des Weltendachs genannt wird. Hier beginnen die ersten kristallinen Wucherungen zwischen alpinen Nadelhölzern brechen Quarzadern offen aus dem Gestein, und viele der niedrigen Gipfel tragen natürliche Kristallkronen, die im Sonnenlicht wie Leuchtfeuer wirken. Bei Sturm ertönen hier wundersame Lieder, Lawinen aus Kristallsplittern machen die Schönheit jedoch unberechenbar gefährlich. Einzig die alten Pfade der Dämmerelfen, die die thermische Täler im Hochgebirge führen, sind sicher begehbar. Der Splitterkamm ist klimatisch schon vom Ewigen Eis beeinflusst, was den magisch geschützten Dämmerelfen wenig anhaben kann, ist für andere eine große Gefahr. Der westliche Rand des Kristallwalds wird vom sogenannten Schimmerforst eingenommen, in dem inzwischen der Einfluss des ewigen Schneesturms im Reich des Winterkönigs deutlich spürbar ist. Die Bäume hier sind teilweise von einer dünnen Schicht von Eis überzogen, sodass ihre Äste wirken wie gefrorene Wellen. Der Boden ist von flachen Kristallfeldern durchzogen, die aus der Entfernung wie zugefrorene Seen erscheinen. Im Schimmerforst hängt häufig dunstiger Nebel zwischen den Bäumen, in den Kristallflächen spiegeln sich die Polarlichter und die Region gilt als zunehmend gefährlich – manche Bereiche erstarren plötzlich zu Eis, während andere unvermittelt zu leuchten beginnen. All dies ist ein Ausdruck des Konflikts der magischen Energien zwischen dem unverbrüchlichen Schutz des Weltenbaums Nosta‘lath und der schleichenden Verderbnis des Winterkönigs. Im Zentrum des Kristallwalds erhebt sich das Herz des Waldes, ein kreisrundes Hochplateau mit radialverlaufenden Kristalladern und Quellen aus reinem, leicht schimmernden Wasser, die sich schließlich in den Lythaelis ergießen. Im Zentrum des Herzens des Waldes erhebt sich Nosta’lath, dem womöglich letzten der eng mit der Schöpfung verbundenen Weltenbäume. Die Vegetation hier ist am wenigsten kristallisiert. Stattdessen finden sich gewaltige, uralte Bäume mit dunkler Rinde und lichtdurchlässigen Blättern. Magisch gesehen ist dies der stabilste Ort des Waldes und gewissermaßen das Ankerzentrum der hiesigen Energien, die die Dämmerelfen seit zehntausenden Jahren schützen. Auf einem Hügel neben Nosta’lath gedeiht der König der Kristallbäume, erwachend und lernend. Im Süden des Kristallwalds liegen die Gläsernen Tiefen, in denen die größten Kristallformationen wachsen. Manche ragen hunderte Schritt in den Himmel hinauf, und gleichzeitig wird der Wald dunkler, dichter und hallender. Man findet hier zahlreiche unterirdische Hohlräume voller Kristalle, in denen eine natürliche Klangverstärkung stattfindet und in denen spiegelnde Lichter die Realität leicht verzerrt wirken lassen. Hier liegt der Bevölkerungsschwerpunkt der Dämmerelfen. Im Osten schließlich erstreckt sich der Olarische Saum, wo der Wald dichter wird, die Kristalle kleiner bleiben und oft nur in Wurzeln sichtbar sind. Die Natur geht hier langsam aber sicher in die gewöhnliche Vegetation des Fürstentums Olar über, alte und verlassene Pfade und Lichtungen, die einst dem Kontakt zu anderen Kulturen dienten, deuten auf eine vergangene Phase größerer Offenheit hin. Die Ostgrenze ist allerdings fest markiert, denn der Kelvani ist eine feste und nicht zu leugnende Linie auf der Karte. Der einzige größere Fluss im Kristallwald ist der Lythaelis, der im Nordwesten des Weltendachs entspringt – seine Quellen gelten als heiliger Ort – und durch das magische Wasser aus den Quellen zwischen den Wurzeln des Nosta’lath verstärkt wird, bevor er sich an der Ostgrenze mit dem Kelvani vereint und rasch so verwässert, dass seine magischen Bestandteile schon nicht mehr spürbar sind, wenn der Kelvani in den Norelin und schließlich in die Nariqtuk-Fjorde mündet. Überall im Kristallwald gibt es kleine Seen mit kristallklarem Wasser, die oftmals durch unterirdische Flussläufe miteinander verbunden sind. Die Veränderungen, die die Bäume und die Landschaft des Kristallwalds nachhaltig veränderten, erfassten mit der Zeit auch die Tierwelt, und ließen im Laufe der Jahrtausende aus der urtümlichen Fauna eine Reihe einzigartiger Arten entstehen: Die Prismenhirsche besitzen Geweihe aus kristallinem Material, ein silbriges oder rauchgraues Fell sowie verträumte tiefblaue Augen. Die Dämmerelfen sehen in ihnen die Boten des Weltenbaums, weshalb die Jagd auf sie streng verboten ist. Die Schimmerwölfe sind pferdegroße Wölfe, die sich vollkommen lautlos und geisterhaft als Einzelgänger durch den Wald bewegen. Hin und wieder bilden sie enge Freundschaften mit den Dämmerelfen und dienen diesen als Reittiere. Splittereber sind riesige Wildschweine mit teilweise kristallisierten Rückenplatten und Stoßzähnen aus härtestem Kristall. Sie sind extrem territorial und – insbesondere mit Jungen – sehr gefährlich, aber auch als beunruhigend intelligent. Die Glasfüchse zeichnen sich durch ihr leicht durchscheinendes Fell aus und gelten als Glückszeichen, während die hasenartigen Lichtläufer durch nachts leuchtende Ohrenränder miteinander kommunizieren. In den Baumkronen nisten Kristalleulen mit prismatischem Gefieder, deren unheimlicher Gesang aus übereinander gelegten Tönen besteht, und Resonanzsegler, schwalbenartige Vögel, die sehr empfindlich auf magische Strömungen reagieren. Die Gewässer sind die Heimat von Spiegelkarpfen, deren Schuppen anders wie die ihrer Namensvettern in Ennor tatsächlich spiegelartig Reflektieren, und die von verspielten Schimmerottern gejagt werden. Diese tragen ihren Namen allerdings nicht aufgrund schimmernder Äußerlichkeiten, sondern aufgrund einer Vorliebe für derlei Dinge, die sie in ihrem Nestern sammeln.

Klima und Wetter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima im Kristallwald ist durch den Einfluss und den magischen Schutzschild des Nosta’lath vom Rest des Hohen Nordens abgekoppelt, weshalb hier ein eigenes Mikroklima ohne nennenswerte Jahreszeiten herrscht. Generell ist es das ganze Jahr über kühl, ohne frostig zu sein. Regen fällt das ganze Jahr über gleichmäßig verteilt in Form von leichtem Nieselregen, während es im Winter zumindest in den Randgebieten hin und wieder schneit. Stürme finden selten statt, und bei diesen hört man anstatt dröhnendem Donnern ein kristallines Knistern in der Luft. Der polare Tag und die polare Nacht finden auch hier statt, ebenso sind die Polarlichter deutlich sichtbar – bedingt durch die dichte Baumkrone und das Leuchten aus den Bäumen machen diese Veränderungen kaum wahrnehmbar.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die politische Situation des Kristallwalds ist von Ewigkeit geprägt. Es existieren keine politischen Strukturen im eigentlichen Sinne, keine Organisation und keine Institutionen. Die Autoritäten herrschen bereits seit vielen Jahrtausenden, ihre Macht gilt als unantastbar und ihre Weisheit als unbestritten. Durch den Beschluss der Königin halten sich die Dämmerelfen von den Belangen der Welt fern und pflegen ihre eigenen Angelegenheiten nachzugehen, die sie über alles andere stellen – kaum verwunderlich für ein Volk, dass den Aufstieg und Untergang ganzer Spezies aus der Ferne beobachtet hat. Allerdings ist auch der Kristallwald kein ewig unveränderliches Abbild, und gerade in den letzten Jahrhunderten stellten sich schleichende Veränderungen ein: Durch die Veränderung der magischen Energien, die vom Kältepol in Richtung des Großen Mahlstroms strömen, beginnen im Ewigen Eis uralte Mächte zu erwachen, die dort seit dem Großen Kataklysmus schlummern. Da sich darunter auch Wesen befinden, die dem Kristallwald gefährlich werden können, entsendet Vaelmyra immer wieder Stoßtrupps unter der Führung von Thaelira, der vertrautesten Generalin der Königin, um diese auszulöschen, bevor sie vollends erwachen. Eingeklemmt zwischen dem expandieren Fürstentum Olar und dem Reich des Winterkönigs wähnen sich viele Dämmerelfen inzwischen belagert, auch wenn die Bewohner von ersterem eine abergläubische Furcht vor dem Wald hegen und letzterer kein Interesse an den Elfen hegt. Tatsächlich hat vor allem Belimone, die Königin der Silméra genannten Vampirelfen ihren Blick auf den Kristallwald gerichtet und ihren Fluch dort eingeschleppt, wo er sich bislang noch unbemerkt im Schatten verbreitet. Inzwischen sind zwanzig Dämmerelfen zu Vampiren geworden, und die Unterwanderung schreitet voran. Auch Gerüchte innerhalb des Kristallwaldes sorgen zunehmend für Gerede in den Sippen: Das Nosta’lath seit dem letzten Götterkrieg träumt und im Begriff ist zu erwachen und dass die Kristallisation nach dem Großen Kataklysmus kein abgeschlossenes Ereignis war, sondern ein andauernder Prozess und damit eines Tages alles in reines, lebendiges Glas übergehen könnte. Bedeutend sind auch die Gerüchte, die sich um die Geburt der Königintochter handeln – ist sie wirklich die Tochter von Vaelmyra und Myrrennor? Wurde sie dem Königingemahl untergeschoben? Ist sie die Verkörperung des Nosta’lath, gar eine Halbgöttin? Nur die Zukunft wird zeigen, wie sie sich entwickelt.

Königin Vaelmyra ist die unangefochtene Herrscherin über ihr Volk und übte dieses Amt bereits aus, als ihre Götter noch auf diesem Boden wandelten. Sie ist die älteste Dämmerelfe im Kristallwald und womöglich die älteste lebende Elfe, vielleicht sogar die älteste Sterbliche überhaupt – selbst in einem Volk, deren Angehörige ihr Leben in Jahrtausenden messen, ist dies eine Besonderheit. Königin Vaelmyra gilt gleichzeitig als gütige Landesmutter und entschlossene Anführerin wie ihr kalter Zorn und ihre kalkulierte Grausamkeit gegenüber den Feinden ihres Volkes gefürchtet ist. Königsgemahl Myrrennor steht seit dem Ersten Drachenkrieg an ihrer Seite, und anders als die oft unterkühlt erscheinende Vaelmyra gilt er als warmherzig und nachsichtig. Myrrennor kennt die Königin genau und weiß, dass er eine Einmischung in politische Angelegenheiten nicht dulden wird. Erst vor einhundert Jahren sind beide unverhofft Eltern geworden. Königintochter Aelthameris, von vielen liebevoll „Tochter der Wurzel“ genannt, gilt als der Stolz der Königin und zum ersten Mal scheint es möglich, das Vaelmyra eines Tages von ihrer Herrschaft zurücktreten könnte. Allerdings sind nicht alle im Kristallwald der Königintochter zugeneigt, eine wachsende Anzahl äußert sich misstrauisch gegenüber dem Kind, das unvermittelt nach Jahrtausenden der Ehe geboren wurde und zweifeln an ihrer Herkunft. Königin Vaelmyra steht als einzige Dämmerelfe in engem Kontakt zu Nosta’lath, dem riesigen Weltenbaum. Dieser schützt ihr Volk seit zehntausenden Jahren von äußeren Einflüssen, und auch er betrachtet sich zunehmend als Elternteil des Pflanzenkönigs der Kristallbäume, der an seiner Seite wächst. Nosta’lath war stets derjenige unter den Weltenbäumen, der am stärksten in den Angelegenheiten der Sterblichen involviert war und mit diesen am aktivsten kommunizierte. Entsprechend spricht er auch zu anderen Bewohnern des Kristallwalds, die nicht zu den Dämmerelfen gehören – und manchmal erscheint er Polarnomaden, die ihn aus großer Entfernung sehen können und ihn Qirnathuk (R. „Der, der nicht fällt“) nennen, im Traum. Er steht in enger Verbindung zu den beiden uralten Wächtern, die über den Kristallwald wachen: Nyrrathae, die Wurzel unter dem Glas, ist ein einzigartiges Wesen, das aus verdichteter Schöpfungskraft entstand, die zwischen den Wurzeln des Weltenbaums schlief und erst während des Großen Kataklysmus erwachte. Er ist ein gigantisches Wesen aus Wurzeln, Holz, Kristallen und verdichteter Finsternis, mit Augen groß wie ein See und einer Stimme, die nur im Innerendes Schädels hörbar ist. Sein Bewusstsein erstreckt sich über das gesamte Wurzelgeflecht, und es geschieht nichts, was ihm entgeht. Die Dämmerelfen sprechen nur selten offen über Nyrrathae, sie fürchten seinen Zorn und meiden bestimmte unterirdische Zonen. Auch wenn er nicht körperlich anwesend ist, gibt es doch deutliche Anzeichen, dass er sich nähert oder zumindest die Aufmerksamkeit auf einen Ort gerichtet hat: Kristalle wachsen plötzlich aus dem Boden, Tiere verstummen, der Boden pulsiert schwach und Gedanken wie Träume werden klar und fremd. Die Verbindung zwischen Nyrrathae und Nosta’lath ist unklar, viele halten beide für ein und dasselbe Wesen. Aelyrquess der Prismenwyrm war einst ein weiblicher Sternendrache, die einst während des Ersten Drachenkrieges den Kristallwald angriff und von Nosta’lath mit seinen Wurzeln verschlungen wurde. Nach dem Großen Kataklysmus wurde sie wieder freigegeben, und sie hatte sich vollkommen verändert: Ihr Körper ist noch immer unverkennbar der eines großen Drachen, doch wirken ihre Schuppen wie milchiges Quarz mit prismatischen Brüchen, die Membranen ihrer Flügen sind halb kristallin und ihre pupillenlosen Augen strahlen ein irisierendem Licht ab. Aelyrquess der Prismenwyrm ist eine sichtbare Wächterin des Kristallwalds, die schon so manchen Untoten aus dem Reich des Winterkönigs oder ambitionierten Jäger aus Olar beziehungsweise der Cituqayatundra ausgelöscht hat. 

Völker und Kulturen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dämmerelfen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dämmerelfen (E. „Tirinalë“) sind ein uraltes Volk der Elfen, deren Blütezeit in den Jahrhunderten vor dem Großen Kataklysmus lag und entsprechend schon seit vielen Zeitaltern zu Ende ist. Sie selbst sehen sich nicht als eine elfische Kultur unter vielen, sondern als die letzten Überlebenden der wahren Linie der erste Elfen. Entsprechend nennen sie sich selbst häufig auch „die Ersten“ oder „die Ungeteilten“, denn in ihrem Selbstverständnis sind sie jene, die vor der Spaltung der Kontinente und vor der Zerstreuung der elfischen Völker existierten. Für sie sind andere Elfen – insbesondere die Nachkommen der Lichtelfen – Abkömmlinge einer abgeschwächten, fragmentierten Tradition. Diese Überzeugung prägt ihr gesamtes Denken: Ruhig, überlegen und beinahe dem Diesseits entrückt. Äußerlich wirken die Dämmerelfen selbst im Vergleich zu Angehörigen anderer Elfen schön und zugleich fremd, denn ihre helle Haut weist einen wahrnehmbaren irisierenden Schimmer in Blau- und Violetttönen auf, als wäre sie mit einem feinen Staub aus Mondlicht bedeckt. Bei manchen Personen zeigt sich in bestimmten Winkeln ein kristalliner Glanz, besonders an Schläfen, Schultern oder Fingerspitzen – Spuren ihrer engen Bindung an die magischen Strömungen dieser Welt. Ihr Haar ist meist silbern, blassblond oder von kühlem Violettgrau, glatt und schwer fallend. Ihre Augen sind jedoch das auffälligste äußerliche Merkmal: Kalte und klare Farben wie Eisblau, Rauchgrau oder Amethyst herrschen vor, oft schwach leuchtend. Da sie nur selten blinzeln und sich mit lautloser Präzision bewegen, wirken sie auf Außenstehende oft beinahe unheimlich. Ihre Kleidung ist von schlichter Eleganz. Fließende Stoffe in gedämpften Tönen – Perlmutt, Nebelgrau, blasses Blau – werden mit organisch gewachsenen Elementen aus Holz und feinem Kristall kombiniert. Metall verwenden sie nur sparsam. Ihre Rüstungen wirken nicht geschmiedet, sondern geformt, aus gehärteter Rinde, durchzogen von schimmernden Kristalladern, leicht und doch sehr widerstandsfähig. Waffen bestehen häufig aus lebendigem Holz, das durch Magie verstärkt wurde, oder aus klaren, schmalen Kristallklingen. Die Dämmerelfen leben nicht in Städten im herkömmlichen Sinn. Ihre Siedlungen wachsen aus der Welt heraus: Terrassen schmiegen sich an gewaltige Stämme, Brücken aus geflochtenen Wurzeln verbinden Baumkronen, Hallen entstehen im Inneren uralter Bäume, deren Herz nicht gefällt, sondern erweitert wurde und verehrt wird. Architektur ist für sie kein Akt der Zähmung oder Beherrschung, sondern der Abstimmung. Jeder Bau ist eine Übereinkunft mit dem Ort und seiner Natur. Zeit bedeutet ihnen nur wenig, selbst nach Jahrtausenden wirkt ein Dämmerelf kaum gealtert. Das Alter zeigt sich weniger in körperlicher Veränderung als in ihrem Blick und ihrer Stimme. Die Ältesten sprechen langsam mit einer Ruhe, die aus Gedankentiefe entsteht. Entscheidungen werden nicht hastig gefällt; manche Fragen können Jahrzehnte offenbleiben. Ungeduld gilt da gegen als Zeichen innerer Unreife. Gegenwärtig sind noch etwa dreihundert Dämmerelfen am Leben, die den Großen Kataklysmus erlebt haben. Da jedoch die Fruchtbarkeit ihres Volkes seit dem Großen Kataklysmus stark abgenommen ist sinkt ihre Zahl kontinuierlich, und inzwischen gibt es immer mehrere Jahre infolge, in denen kein einziges Kind geboren wird. Auch wenn ältesten Dämmerelfen noch Gottheiten mit eigenen Augen gesehen haben dürften, verehren sie keine Götter im klassischen Sinn. Das Zentrum ihrer Spiritualität ist der Weltenbaum Nosta’lath, der nicht als Gottheit verehrt wird, sondern ihnen als Ursprung und Anker dient. Sie glauben, dass im Holz und in den Kristallen die Erinnerungen ihres Volkes gespeichert sind. Auch ist ihre Magie keine gewaltsame Durchsetzung des Willens, sondern ein Mitschwingen mit vorhandenen Strukturen. Sie lauschen, bevor sie handeln. Resonanz ist für sie sowohl Naturgesetzt als auch Philosophie: Jede Handlung erzeugt ein Echo, und wer dieses nicht bedenkt, handelt blind. Im Verhältnis zu anderen Völkern und Kulturen geben sie sich meist distanziert. Sowohl den Urskaari als auch Baumhirten und Treants begegnen sie mit respektvoller Zurückhaltung, da sie ebenso tief mit dem Boden verbunden sind, wie sie. Menschen und andere Spezies sehen sie als kurzlebig, ungeduldig und zuweilen sehr unvernünftig – Wesen, die rasch handeln und rasch vergehen. Was die Dämmerelfen am stärksten auszeichnet, ist ihre Haltung gegenüber der Vergangenheit. Sie leben nicht in Nostalgie, sondern in Bewahrung. Für sie ist Geschichte kein abgeschlossenes Kapitel, sondern ein fortwährender Zustand. Der Kristallwald ist nicht einfach ihr Zuhause, er ist ihr Gedächtnis. Und solange der Weltenbaum steht, glauben sie, wird auch ihr Volk nicht verschwinden.  

Urskaari[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Urskaari nennen sich selbst Wurzelgeborene und sind eine uralte Spezies, die sich vor allem in nördlichen Breiten findet. In vielen Gebieten, in denen sie einst zu finden waren, sind sie von jüngeren Spezies verdrängt worden. Die Urskaari glauben, dass sie nicht aus Fleisch, sondern aus Erde, Wurzeln und Erinnerung entstanden – geformt im Schatten der Weltenbäume, als die Welt noch weich und jung war. Für Außenstehende wirken sie gewaltige, aufrecht gehende Bären mit breiten Schultern, dichtem braunem Fell und schweren Pranken, die gleichermaßen einen Baumstamm spalten wie ein verletzten Tier behutsam tragen können. In ihren Augen liegt eine stille, alte Wachsamkeit, die mehr an geduldige Wächter denn an wilde Tiere erinnert.  Die Urskaari sind tief mit dem Kristallwald verbunden, aber nicht mit seinem innersten Herzen – sie betrachten Nosta’lath und das Herz des Waldes mit Ehrfurcht und Distanz, als einen der wenigen Orte, die älter sind, als ihr Volk. In ihren Erzählungen heißt es, sie seien aus den Wurzeln von Weltenbäumen entstanden, die die Welt erkunden wollten und sich nach Wärme sehnten. Als der Große Kataklysmus dir Kristallisation des Waldes einleitete, veränderten sich auch manche Urskaari, und seither tragen einzelne Urskaar feine kristalline Verhärtungen im Fell oder an den Klauen. Ihre Gesellschaft ist stammesgebunden, doch hochkomplex. Jeder Stamm folgt einem Totem, nicht im Sinne eines Symbols, sondern als lebendige geistige Ausrichtung. Im Kristallwald leben der Stamm des Stillen Waldes, der Stamm der Knochenhand und der Stamm der Wurzelsänger. Angeführt werden sie von Häuptlingen, doch diese herrschen nicht durch Zwang, sondern durch Standhaftigkeit. Ein Anführer, der seine innere Balance verliert, wird nicht gestürzt, sondern verlassen. Die Spiritualität der Urskaari ist schwer in Worte zu fassen. Sie verehren keine Götter im klassischen Sinn, stattdessen sprechen sie vom Tiefen Atem – einer unsichtbaren Kraft, die durch Wurzeln, Erde und Knochen strömt. Kristalle gelten ihnen als verfestigte Erinnerungen. Ihre Schamanen legen ihre Pranken auf gewachsene Kristalladern im Boden und lauschen mit dem ganzen Körper. Viele glauben, dass sie auf diesem Weg vergangene Ereignisse erfühlen können. Im Kampf sind die Urskaari erschreckend direkt. Sie bevorzugen schwere Waffen wie Keulen aus gehärtetem Holz, besetzt mit Kristallsplittern, oder gewaltige Speere. Doch ihr größtes Werkzeug bleibt ihr Körper, und ein Urskaar im Zorn ist eine Naturgewalt. Dennoch sind sie nicht kriegerisch, Konflikte vermeiden sie durch Standhalten zu lösen – wer weicht, verliert, wer bleibt, beweist recht. Ihr Verhältnis zu den Dämmerelfen ist von vorsichtiger Distanz geprägt. Man respektiert sich, spricht aber selten offen miteinander. Die Urskaari empfinden die Dämmerelfen als zu „fern vom Boden“, mit anderen Worten als weltfremd, während die Dämmerelfen die Urskaari als grob aber ehrlich empfinden. Dennoch würden beide stets Seite an Seite kämpfen, denn sie leben beide im Bewusstsein, dass ihr Wald ohne Gleichgewicht fallen würde. Gegenüber den Isbjarnai im Osten und im Ewigen Eis empfinden die Urskaari eine Mischung aus Bewunderung und Misstrauen: Die sprechenden Eisbären sind ihnen zu stolz, zu eisnah, zu wenig verwurzelt. Doch gibt es alte Geschichten von Bündnissen aus einer Zeit großer Gefahren. Die Urskaari des Kristallwalds wissen nicht um ihre Verwandten in der Westlichen Helchanar und in Beleagand.

Baumhirten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als uraltes Waldgebiet ist der Kristallwald die Heimat verhältnismäßig vieler Baumhirten, die ihn hegen und pflegen. Baumhirten sind zumeist uralte und langsame Hüterwesen, deren Körper aus lebendigem Holz, Moos, Rinde und – zumindest im Kristallwald und in arkanen Fokuspunkten – kristallinen Verwachsungen bestehen. Sie messen ihr Leben in Jahrtausenden und wirken eher wie wandelnde Bäume mit einer grob humanoiden Gestalt als lebendige Kreaturen. Ihre Bewegungen sind bedächtig, und selbst das einfache Heben eines Arms gleicht dem Knarren eines alten Stammes im Wind. Ihre Gesichter sind nur angedeutet – tiefe, dunkle Spalten als Augen, ein Riss in der Rinde als Mund. Wenn sie sprechen, klingt es wie ein fernes Grollen oder brechendes Holz. Baumhirten greifen nur selten aktiv ein, doch wenn ihr Wald bedroht wird, erwachen sie vollständig – und dann setzen sie ganze Haine in Bewegung. Ihre Spezies war nie zahlreich, und manche behaupten, sie stünden vor dem Aussterben.

Treants[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Treants dagegen sind jünger, kleiner und deutlich beweglicher als Baumhirten. Sie wirken wie lebendig gewordene Baumgestalten von einem bis drei Schritt Höhe und klarer Silhouette mit Stammkörper, Astarmen und wurzelartigen Beinen. Im Kristallwald ist ihre Rinde oft von Kristallsplittern durchzogen, welche überirdisch im Licht schimmern. Manche besitzen zunehmend leuchtende Adern unter der Rinde. Treants sind deutlich temperamentvoller und aktiver als ihre größeren Verwandten. Sie patrouillieren durch den Wald, vertreiben Eindringlinge oder jagen nach kleineren Bedrohungen. Wenn Baumhirten Wächter sind, sind Treants Verteidiger. Wenn Baumhirten Lehrer sind, sind Treants Schüler.

Andere Völker und Kulturen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kristallwald ist darüber hinaus die Heimat einer größeren Zahl von Waldschratten, sowie von unzähligen Bewohnern der Feenwelten, da die Mauern des Diesseits hier außergewöhnlich dünn sind. Dryaden sind ein alltäglicher Anblick, ebenso Kristallfeen, Blätterfeen und Blütenfeen. Kobolde und Bolde dagegen sind nur sehr selten anzutreffen und weniger im Wald erwünscht.